HUDDERSFIELD, ENGLAND - AUGUST 11: N'Golo Kante of Chelsea celebrates with his teammates after scoring his sides first goal during the Premier League match between Huddersfield Town and Chelsea FC at John Smith's Stadium on August 11, 2018 in Huddersfield, United Kingdom.  (Photo by Chris Brunskill/Fantasista/Getty Images)

Chelsea: Die wichtigsten Erkenntnisse nach dem Sieg über Huddersfield

An diesem Wochenende feiert die Premier League den Auftakt in die neue Saison. Dabei richtet sich der Fokus auch auf den FC Chelsea, der sich nach der vergangenen Spielzeit wieder in einem anderen Gewand präsentieren und ein ernsthafter Kandidat auf die Meisterschaft sein will. 


Im ersten Spiel unter dem neuen Trainer, Maurizio Sarri, mussten die 'Blues' bei Huddersfield Town antreten. Gegen die 'Terriers', die noch stets von David Wagner trainiert werden, tat sich der sechsfache Meister besonders im ersten Durchgang schwer, lag zur Pause jedoch mit 2:0 in Führung und sicherte sich nach dem Seitenwechsel endgültig den Sieg. 


Der 3:0-Erfolg klingt auf dem ersten Blick vielversprechend, in Sarris Augen steht allerdings noch viel Arbeit auf dem Programm. Dennoch gab es bereits den ein oder anderen interessanten Lichtblick, weshalb wir im Folgenden vier Erkenntnisse präsentieren, die die Fans und Zuschauer der gestrigen Partie mitnehmen konnten.

1. Kepa und Jorginho auf Anhieb im Blickpunkt

Erst vor wenigen Tagen lieferten die Verantwortlichen des FC Chelsea endlich Antworten auf die Frage, wer denn nun in der neuen Saison das Tor hüten soll. Der langjährige Stammtorhüter Thibaut Courtois wurde an Real Madrid verkauft, im Gegenzug sicherte man sich die Dienste von Kepa Arrizabalaga von Athletic Bilbao. Der 80-Millionen-Euro-Mann stand direkt im Fokus, bekam keine Schonfrist und wurde von Maurizio Sarri sofort in die Startaufstellung berufen.
 

In seiner ersten Partie erlebte er vor allem im ersten Durchgang einen ereignisreichen Nachmittag, da seine Vordermänner noch mit einigen Schwierigkeiten ob der neuen Spielweise zu kämpfen hatten. Huddersfield konnte immer wieder Nadelstiche setzen, nutzte die erspielten Chancen allerdings nicht. In der zweiten Halbzeit kam auf den 23-Jährigen dann jedoch weniger Arbeit zu, weshalb er in seinem ersten Einsatz bei seinem neuen Verein gleich die weiße Weste wahren konnte.
 

Jorginho hingegen war aktiver an der Partie beteiligt. Der Neuzugang von Sarris Ex-Klub, dem SSC Neapel, wurde ins zentrale Mittelfeld beordert, wo er N'Golo Kanté ein wenig entlasten und den Abräumer der Mannschaft darstellen sollte. Seine Aufgabe erledigte der 26-Jährige gut, seine Leistung krönte er mit dem Tor zum 2:0 in der Nachspielzeit des ersten Durchganges, als er einen Elfmeter mit viel Selbstvertrauen verwandelte. 

2. Ungewohnte Rolle für N'Golo Kanté

N'Golo Kanté ist eigentlich als Abräumer bekannt, der sich vor allem um die Arbeit gegen den Ball kümmern soll. Durch diese Rolle trug er einen großen Anteil dazu bei, dass Leicester City vor zwei Jahren überraschend englischer Meister wurde und auch beim FC Chelsea und in der französischen Nationalmannschaft stellte er seine Klasse unter Beweis.
 

Unter Sarri kam ihm am Samstag jedoch eine andere Rolle zuteil: Im Dreier-Mittelfeld wurde er auf die rechte Seite beordert und beteiligte sich zunehmend am Offensivspiel. Bei Angriffen suchte er den Weg in den Strafraum, bot sich immer wieder an und erzielte nach 33 Minuten das Führungstor für die 'Blues'. Auch danach kam Kanté seiner neuen Aufgabe immer wieder nach, weshalb man in dieser Saison möglicherweise ein anderes Gesicht von ihm sehen wird. 

3. Eden Hazard brennt auf die neue Saison

Lange Zeit wurde Eden Hazard mit einem Wechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht, vor allem, weil er selbst immer wieder davon sprach, die Nachfolge von Cristiano Ronaldo antreten zu wollen. Doch die Verantwortlichen in London ließen sich davon nicht beirren, forderten horrende Ablösesummen und erreichten somit ihr Ziel, den Belgier zu halten.
 

Der Linksaußen kam aufgrund des WM-Urlaubs und der damit einhergehenden verspäteten Rückkehr erst in der Schlussviertelstunde zum Einsatz, nachdem er für den Brasilianer Willian eingewechselt wurde. Allerdings zeigte Hazard schon in den wenigen Minuten sein altbekanntes Gesicht, drehte spürbar mit seinen Dribblings auf und legte in der 80. Minute das Leder für Pedro auf, der daraufhin den dritten und finalen Treffer erzielte. Von Lustlosigkeit war beim 27-Jährigen keine Spur. 

4. Die Mannschaft braucht vor allem eines: Zeit

Klar ist, dass ein neues System Zeit braucht – allen voran, wenn zugleich ein neuer Trainer an der Seitenlinie steht. Die Mannschaft von Maurizio Sarri hatte daher vor allem im ersten Durchgang deutliche Probleme, was der 59-Jährige nach der Partie auch einräumte: "Die erste Halbzeit war schwer. Wenn man das Ergebnis betrachtet, denkt man, es war ein einfaches Spiel, aber im ersten Durchgang hatten wir 15 Minuten lang Probleme gegen ein physisches Team", wurde er vom Guardian zitiert.   


"Das beste am Spiel war, dass wir gezeigt haben, dass wir leiden können. Im zweiten Durchgang war der Gegner etwas müde, weshalb es einfacher war", führte Sarri fort. Insgesamt sei er "sehr glücklich", da es zu Beginn der Saison nicht einfach sei, viele Punkte zu sammeln.   


Probleme deuteten sich vor allem in der Abwehr mit dem begnadigten David Luiz an, deren Abstimmung noch nicht zu 100 Prozent passte. Die Gastgeber um Trainer David Wagner erarbeiteten sich einige Chancen, konnten diese jedoch nicht in Tore ummünzen und verpassten es daher, gleich am ersten Spieltag für eine Überraschung zu sorgen. Stattdessen fielen die Tore auf der Gegenseite, da trotz aller Schwierigkeiten die individuelle Klasse beim FC Chelsea noch immer vorhanden ist. Allerdings wird man sich in den kommenden Wochen noch steigern müssen, wenn man am Rennen um den Meistertitel teilnehmen will.