Es brauchte nicht viel Zeit, ehe sich ​Neuzugang Davy Klaassen beim SV Werder Bremen zurecht fand. Der neue Führungsspieler für die Zentrale integrierte sich schnell in die Mannschaft, was offenbar auch an den Ähnlichkeiten zu seinem einstigen Ausbildungsverein liegt. In Werder stecke "schon eine Menge" Ajax Amsterdam, wie er im Interview mit Deichstube verriet.  


Ist in Bremen also alles wie bei Ajax, wo der mittlerweile 25-Jährige von 2004 bis 2017 spielte und vor knapp sieben Jahren sein Debüt in der Eredivisie gab? Sicherlich nicht, doch: "Man muss nur auf die Spieler gucken, die sind den Ajax-Profis von den Typen her schon sehr ähnlich. Das war auch einer der Gründe, warum ich zu Werder gewechselt bin."


Trainer Florian Kohfeldt verfolge zudem einen ähnlichen Ansatz wie beim 33-fachen niederländischen Meister, bei dem offensiver Fußball im Vordergrund steht. Bereits kurz nach seiner Verpflichtung ​nannte er den 35-Jährigen als weiteren Hauptgrund für seinen Wechsel an die Weser, was er nun noch einmal untermauerte: "Du willst immer den Ball haben, du willst immer Druck auf den Gegner ausüben, du hast eine klare Idee, was du mit der Mannschaft machen willst. Florian Kohfeldt hat mir erzählt, dass dies auch seine Idee vom Fußball ist. Er hat den Mut, so zu spielen, und ist nicht ängstlich."

FC Groningen v Werder Bremen - Club Friendly

  Angst oder Zurückhaltung gibt es nicht: Unter Florian Kohfeldt soll angriffslustiger Fußball gezeigt werden


Dabei wolle er auch eine offensive Rolle einnehmen - ganz wie in Amsterdam, wo er in 180 Einsätzen an 93 Toren beteiligt war. "Ich bin im Mittelfeld, muss dort sicherlich auch verteidigen, aber vor allem angreifen – und ein paar Tore machen. Vorlagen wären auch nicht schlecht." Alles in allem gehe es ihm jedoch auch darum, für die Mannschaft "einfach wichtig zu sein".


"Fast nur lange Bälle" - das englische Spiel passte schlicht nicht zu Klaassen


Das Jahr zuvor verbrachte er in der Premier League, beim FC Everton fand er sich jedoch nie wirklich zurecht. Grund hierfür sei die Spielanlage, die sich deutlich von der bei Werder unterscheide: "Da wurden fast nur lange Bälle gespielt. Dafür war die Intensität des Spiels sehr groß. Als ich mich für den Wechsel entschieden habe, dachte ich: Das wird schon. Aber so ist es leider nicht gekommen. Der Weg, den Ajax oder auch Werder gehen, passt einfach besser zu mir." Dennoch sei es "eine gute Lehrzeit" auf der Insel gewesen.

VVV Venlo v Werder Bremen - Pre Season Friendly Match

   Über seine neue Aufgabe war sich Klaassen von Anfang an im Klaren: "Ich soll ein Führungsspieler sein"


Dass er in der neuen Mannschaft eine große Verantwortung tragen würde, habe er schon frühzeitig von Kohfeldt erfahren. Allerdings könne er mit dieser gut leben: "Ich spiele besser, wenn ich diese Rolle habe. Es treibt mich an und gibt mir Sicherheit, wenn ich für das Team verantwortlich bin", erklärt er. "Da bin ich irgendwie reingewachsen. Nach ein paar Jahren bin ich dann tatsächlich Kapitän bei Ajax geworden."


Bereits in acht Tagen steht die erste Runde im DFB-Pokal gegen Wormatia Worms an, nur eine Woche später empfängt man zum Liga-Auftakt Hannover 96. Laut Klaassen ist die Mannschaft "sehr weit", doch allzu viel wollte er noch nicht versprechen: "Ich habe schon so viele verschiedene Vorbereitungen erlebt mit vielen Siegen und Niederlagen – und dann kam alles irgendwie doch anders." 


Angst vor einem schwierigen Jahr hat er dennoch nicht: "Wir haben auf jeden Fall eine richtig gute Gruppe – mit vielen erfahrenen und vielen jungen Spielern. Das ist ein guter Mix." Der Neuzugang zählt zu den erfahreneren Akteuren, wird daher vorangehen und seine Kollegen auf dem Feld mitziehen müssen. Doch damit wird er überhaupt kein Problem haben, solange die Ergebnisse stimmen.