​Champions-League-Sieger Real Madrid hat am Donnerstagmittag auch offiziell seinen neuen Torhüter Thibaut Courtois vorgestellt. Der belgische Nationaltorhüter, der jüngst als bester Schlussmann der WM in Russland ausgezeichnet wurde, erhält bei den "Königlichen" einen Sechs-Jahres-Vertrag bis Sommer 2024 und wird sich wohl mit dem bisherigen Stammkeeper Keylor Navas um den Platz zwischen den Pfosten streiten. Während der Costa Ricaner dem Klub trotz des neuen Konkurrenten auf jeden Fall die Treue halten will, steht die letztjährige Nummer zwei Kiko Casilla vor einem Abschied. 


​Mit Courtois bekommt Real Madrid ohne Zweifel einen der besten Torhüter der Welt. Mit seinen 26 Jahren ist der Belgier noch relativ jung und hat seinen Zenit wohl noch nicht erreicht - er kann voraussichtlich noch mindestens sechs Jahre auf Top-Niveau spielen. Auch die Ablöse ist mit gerade einmal 35 Millionen Euro überschaubar, gerade wenn man sich die jüngsten Torwarttransfers a la Alisson (wechselte für rund 62 Millionen Euro zum FC Liverpool) oder Courtois-Nachfolger Kepa Arrizabalaga (wechselte für 80 Millionen Euro von Athletic Bilbao nach London) ansieht. 


Bei ​Real Madrid bedeutet die Ankunft des Keepers wohl einen Zweikampf um den Stammplatz im Tor. Die bisherige Nummer eins Keylor Navas kündigte seinen Verbleib bereits an und sagte seinem neuen Konkurrenten den Kampf an. "Ich will Real Madrid so sehr verlassen wie ich sterben möchte", erklärte der Nationaltorhüter von Costa Rica im Interview mit dem spanischen Radiosender Onda Cero. Kiko Casilla hingegen hat durch die Verpflichtung von Courtois wohl keine Zukunft mehr in der spanischen Hauptstadt. Vor allem nach den starken Leistungen des 19-jährigen Keepers Andriy Lunin, der nach seinem Wechsel aus der Ukraine einen sehr guten Eindruck macht, steht er steht vor einem Abgang noch in diesem Sommer. 

Auch wenn Courtois von der Öffentlichkeit bereits als neuer Stammkeeper gesehen wird, so scheint sich Reals neuer Coach Julen Lopetegui wohl noch nicht festgelegt zu haben. Vor wenigen Tagen noch lobte der ehemalige Nationaltrainer Spaniens seinen Torhüter in höchsten Tönen. "Keylor ist schon in der kompletten Vorbereitung phänomenal. Er ist ein außergewöhnlicher Torhüter und Real Madrid ist froh, einen solchen Spieler zu haben." 


Präsident Florentino Perez hingegen lobte den Neuzugang bei seiner Vorstellung als einen der Besten auf seiner Position. "Wir heißen den besten Torwart der letzten Weltmeisterschaft willkommen. Er ist einer der besten, wenn nicht der beste Torwart der Welt. Thibaut, du bist dort, wo du sein wolltest. Die Fans werden dir helfen, dass du hier glücklich bist. Du bist jetzt Teil des Klubs, bei dem es den Begriff Unmöglich nicht gibt."

Courtois selbst erklärte im Rahmen seiner Präsentation, vor Abschluss seines Wechsels keinerlei Einsatzgarantie bekommen zu haben. Dennoch kenne er eine solche Konkurrenzsituation bereits aus seiner Zeit beim FC Chelsea, wo er sich einst erfolgreich mit Petr Čech um den Stammplatz im Tor duellierte. 


"Als ich 2014 zu Chelsea kam, musste ich Petr Čech ersetzen. Ich denke, Torhüter sind in einer Mannschaft eine eigene Gruppe und Freunde. Dass Torhüter sich verstehen, ist für die tägliche Arbeit sehr wichtig. Ich werde alles dafür tun, um gut mit den anderen Torhütern und den restlichen Mitspielern gut auszukommen. Ich komme her, um um meinen Platz zu kämpfen. Keylor ist ein großartiger Torwart, aber ich komme her, um meine Stärken einzubringen", so der 1,99 Meter große Schlussmann.

Möglich ist in der kommenden Spielzeit unter Umständen auch eine Lösung, wonach beide Torhüter regelmäßig zum Einsatz kommen. So könnte Courtois in der Liga auflaufen, während Navas in den nationalen wie internationalen Pokalwettbewerben aufläuft.