​Eine wissenschaftliche Studie im Auftrag von ESPN hat ergeben, dass der FC Liverpool in der vergangenen Saison das meiste Pech aller Premier-League-Teams hatte. Dabei wurden Faktoren, die auf Zufall oder Schiedsrichterfehlern beruhten, aus den Ergebnissen herausgerechnet und ein sogenannter Glücksindex auf einer Skala von 1 bis -1 erstellt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass beispielsweise der ​FC Liverpool ohne den Faktor Glück oder Pech zwölf Punkte mehr geholt hätte und Vizemeister geworden wäre. 


Dem entgegen sei ​Manchester United das glücklichste Team der letzten Saison gewesen und wäre ohne den Faktor Zufall nur auf dem vierten Platz gelandet. Englischer Meister bleibt aber auch in der Studie Manchester City. Den größten Sprung in der ​angepassten Tabelle machte Brighton & Hove Albion, die in der ersten Tabellenhälfte auf dem 9., statt knapp vor dem Abstieg auf 15. Platz landen. Die wohl folgenschwerste Veränderung durch den Faktor Glück habe es nach Angaben der Studie in Form eines Platztausches von Stoke City und Hudderfield Town gegeben. Die Glücksindex-Studie kommt zu dem Schluss, dass das vom Deutschen David Wagner trainierte Huddersfield ohne den Zufall abgestiegen wäre, da Stoke ganze vier Punkte mehr geholt hätte.

Die ​Studie im Auftrag von ESPN, die in Zusammenarbeit mit Intel von der Universität von Bath durchgeführt wurde, versuchte den Faktor Glück im Fußball qualitativ sowie quantitativ zu bestimmen und aus den Ergebnissen der vergangenen Premier-League-Saison herauszurechnen. Dabei wurden zuerst Faktoren festgelegt, die auf Zufall und damit Glück zurückzuführen seien: Zu diesen neun Faktoren zählen laut der Studie unter anderem zu Unrecht gegebene und nicht gegebene Tore, falsche Elfmeter-Entscheidungen, falsche Rote Karten, aber auch Tore nach Ablauf der angezeigten Nachspielzeit sowie abgefälschte Schüsse, die sonst nicht im Tor gelandet wären. 


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Daraufhin wurden alle 380 Spiele der letzten Premier-League-Saison dahingehend analysiert und Spiele in denen es solche Einflüsse gab, neu simuliert. Dafür wurde ein eigenes ​Modell erstellt, indem die zufälligen Vorfälle herausgestrichen und unter Berücksichtigung des Zeitpunkts und der Schwere des Vorfalls neu simuliert wurden. Jedes Spiel wurde 100.000 Mal neu simuliert und das durchschnittliche Ergebnis genommen. So wurde dann eine neue ​Premier-League-Tabelle ohne den Faktor Glück erstellt. Damit widerspricht die Studie der oft gehörten Behauptung, Glück und Pech im Sport würde sich im Verlaufe einer Saison ausgleichen.