MITTERSILL, AUSTRIA - JULY 31: Head coach Domenico Tedesco of Schalke looks on during the Schalke 04 Training Camp on July 31, 2018 in Mittersill, Austria. (Photo by TF-Images/Getty Images)

Höwedes, Di Santo und Co. - Tedescos unpopulärste Entscheidungen auf Schalke

Ein Jahr ist Domenico Tedesco nun Trainer des FC Schalke 04. Grund genug, die Premieren-Saison des 32-Jährigen in Gelsenkirchen noch einmal Revue passieren zu lassen. Wir blicken mit euch auf Tedescos unpopulärste Entscheidungen beim Revierklub zurück:

1. Fährmann bekommt die Binde

Eine der wohl überraschendsten Entscheidungen war die Entmachtung von Benedikt Höwedes als S04-Kapitän. Nachdem die Knappen mit Markus Weinzierl die Spielzeit 2016/17 auf Rang zehn beendet hatten, begab sich Neu-Coach Tedesco nach seinem Amtsantritt auf die Suche nach den Ursachen für dieses desolate Saisonergebnis. Sein Fazit: Mit Höwedes hatte ein Spieler alleine jahrelang viel zu viel Verantwortung auf Schalke getragen. Lösungsansatz: Die alten Hierarchien durchbrechen und die Verantwortung neu und auf mehrere Schultern verteilen. Mit Ralf Fährmann war demnach ein neuer Spielführer geboren, der auch zur kommenden Saison hin mit Stolz die königsblaue Binde tragen wird.  

2. Spielzeit für Franco Di Santo

Lange bevor Domenico Tedesco bei den „Knappen“ anheuerte, galt Franco Di Santo als absoluter Streichkandidat. Der Argentinier spielte eine gänzlich enttäuschende Saison, wurde nach seinem ersten Jahr auf Schalke als Fehleinkauf abgestempelt. Tedesco ließ sich allerdings von nichts und niemanden in seinen Job hineinreden, vertraute auf sein Bauchgefühl und baute auf die Dienste des Angreifers, der daraufhin in insgesamt 34 Pflichtspielen zum Einsatz (!) kam. Di Santo wiederum rechtfertigte das Vertrauen des Trainers mit seinem tollen Einsatz und immerhin vier Toren sowie zwei Assists.  

3. Meyer auf die Sechs

Dass Max Meyer im Mittelfeld „zu Hause“ ist, war bereits vor Tedescos Amtsantritt auf Schalke bekannt. Dass man den talentierten Rechtsfuß auch auf der Sechs einsetzen kann, allerdings nicht. Unter der Ägide des Deutsch-Italieners begann Meyers Umschulung zum zentralen defensiven Mittelfeldspieler – und die Entscheidung des 32-Jährigen sollte Früchte tragen: Neben der Tatsache, dass die Knappen fortan noch mehr Passsicherheit ausstrahlten, konnte der mittlerweile nach Crystal Palace abgewanderte Nationalspieler auch als Zweikämpfer punkten und so einen wichtigen Entwicklungsschritt machen.  

4. Das Vertrauen in die Jugend

Domenico Tedesco setzt auf die Jugend – das wird schnell deutlich, wenn man auf die Premieren-Saison von Amine Harit zurückblickt. Der 21-Jährige wechselte vom FC Nantes zum FC Schalke, galt als vielversprechendes Talent. Tedesco war es wiederum wichtig, dieses zu fördern und so stand der Marokkaner auch nach schlechten Partien erneut in der Startelf. Spielpraxis – das A und O für junge Talente. Amine Harit zahlte das Vertrauen des Trainers mit gleicher Münze zurück, glänzte neben seinen drei Treffern als erfolgreicher Vorlagengeber (sieben Assists) und zählt heute zu den stärksten U21-Spielern in der Bundesliga.  

5. Ergebnisorientiert = Erfolg

Wenn sich Tedescos Schalke in einem Wort zusammenfassen ließe, wäre dies wohl „effizient“. Die Königsblauen zählten zweifelsohne zu den effektivsten Mannschaften im Rahmen der Vorsaison, gewannen Spiele häufig mit 1:0 oder nur einem Tor Unterschied und belehrten so manch offensiv agierenden Gegner eines Besseren. Aus einer stabilen Defensive heraus waren die „Tedesco-Schalker“ von Beginn an darauf aus, ihre Konter-Gelegenheiten zu nutzen. Nach der Vizemeisterschaft ist klar: Viel besser hätte es für diese ergebnisorientierten „Knappen“ nicht laufen können.