​Während Borussia Dortmunds neuer Trainer Lucien Favre sich auf das Sportliche konzentrieren und mit der Mannschaft arbeiten will, entsteht bei den Fans des BVB nach den guten Testspielleistungen und den bisherigen Transfers eine Euphorie vor dem näher rückenden Saisonstart. Die Verantwortlichen sollten darauf bedacht sein, dies bei den Spielern nicht zu sehr in den Vordergrund rücken zu lassen, um nicht in dieselben Probleme wie in der Vorsaison zu geraten.


Bei der Vorstellung von Favre waren sowohl Trainer als auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bemüht, die Erwartungshaltung nicht zu hoch zu schrauben und Favre Zeit für seine Arbeit zu geben. „Wir haben keine Titelträume, arbeiten aber hoch ambitioniert. Solange ich bei Borussia Dortmund in der Verantwortung stehe, wird als Ziel immer die Champions League ausgegeben. Ein Neustart braucht eine realistische Erwartungshaltung und ein bisschen Geduld“, hatte Watzke bei der Antritts-Pressekonferenz von Favre betont. 


Auch der Trainer selbst äußerte, dass es nun darum gehe, sich auf das Sportliche zu besinnen, mit der Mannschaft zu arbeiten und sein neues Spielsystem einzustudieren. „Bis wir das beherrschen, werden wir Zeit brauchen“, mahnte Favre früh.


Doch nachdem Borussia Dortmund nach dem Transfer von Belgiens Axel Witsel bereits über 70 Millionen Euro für Neuverpflichtungen ausgegeben hat, auch noch ein neuer Mittelstürmer kommen könnte und der BVB in den ersten Testspielen unter Favre überzeugende Leistungen zeigte, ist bereits jetzt mehr als zwei Wochen vor dem Bundesliga-Auftakt die Euphorie groß in Dortmund.


So konnte man unter anderem beim International Champions Cup gegen Pep Guardiolas Manchester City und Jürgen Klopps FC Liverpool gewinnen, und zeigte auch bei den folgenden Testspiel-Unentschieden gegen Benfica Lissabon und Stade Rennes ordentliche Leistungen. Am heutigen Dienstagabend steht das nächste Testspiel gegen den SSC Neapel an. Nachdem nun der Transfer von Belgiens WM-Stammspieler Axel Witsel fix ist und dieser bereits mit der Dortmunder Mannschaft trainierte, nimmt die Erwartungshaltung der Fans an den neuen BVB unter Favre immer weiter zu.

Doch bisher hat Borussia Dortmund mit dem neuen Trainer noch kein Pflichtspiel gespielt und keinen Punkt auf dem Konto. Erst zum Saisonstart wird sich zeigen, wie weit der BVB unter Favre schon ist, oder ob die Mannschaft tatsächlich noch Zeit braucht. Denn auch in der letzten Saison legte man unter Ex-Trainer Peter Bosz einen starken Saisonstart mit sieben ungeschlagenen Bundesligaspielen in Folge hin, nur um danach früh in eine Ergebniskrise zu geraten, die in der Entlassung von Bosz noch vor der Winterpause mündete. Die Verantwortlichen von ​Borussia Dortmund sollten deshalb darauf bedacht sein, die Euphorie rund um die ersten Spiele des BVB in der neuen Saison nicht zu groß werden zu lassen, auch um Druck vom neuen Trainer Favre zu nehmen.