DORTMUND, GERMANY - NOVEMBER 25: Mario Goetze of Dortmund injured during the Bundesliga match between Borussia Dortmund and FC Schalke 04 at Signal Iduna Park on November 25, 2017 in Dortmund, Germany. (Photo by TF-Images/TF-Images via Getty Images)

Die Wiederbelebung - Sieht man diese Bundesliga-Spieler bald wieder im Rampenlicht?

Für diese zehn Spieler lief es in letzter Zeit nicht. Bei manchen lag es an Verletzungen, andere brachten nicht die erhoffte Leistung. In dieser Saison könnten sie erneut angreifen und zu Stars der Bundesliga werden.  

1. Der Weltmeister-Torschütze: Mario Götze

Mario Götze flog nach dem Treffer im 2014er WM Finale zu hoch und verbrannte sich seine Flügel. Der Fall in München war tief und besonders unter Guardiola sehr schmerzhaft. Viele Verletzungen zerstörten sein Selbstbewusstsein, wie etwa der Muskelfaserriss im Adduktorenbereich im Oktober 2015. Ergebnis: Super Mario musste 116 Tage pausieren. Wirklich besser wurde es nach seiner Rückkehr zu Dortmund auch nicht: Zuletzt bremste ihn eine hartnäckige Stoffwechselerkrankung aus. Diese sorgte dafür, dass Götze erneut mehr als 100 Tage ausfiel und einiges an Gewicht zunahm. 

Doch nun der Hoffnungsschimmer: In der Saisonvorbereitung 18/19 des BVB machte Götze dieses Jahr eine gute Figur und zeigt erneut seine alte Form und Fitness.   

2. Das portugiesische Allround-Talent: Renato Sanches

Er war essentiell bei Portugals Erfolg in der EM 2016 und kam als Toptalent nach München: Renato Sanches. Doch auch ihn traf der Bayern-Fluch. Wie so Viele vor ihm, konnte der junge Portugiese in der Allianz-Arena einfach nicht überzeugen. Zudem hatte der Mittelfeldspieler Probleme bei der Integration: Die deutsche Sprache machte ihm zu schaffen. Ein Jahr als Leihgabe bei Swansea sollte helfen. Doch das Geschäft war ein Griff ins Klo. Sanches konnte wieder nicht überzeugen. Frustration, schlechte Leistungen und die Bank warteten auf den 20-Jährigen in Wales. 

Zurück in München zieht der Youngster Kraft aus den bisherigen Niederlagen. Unter Kovac überzeugte das Talent zuletzt in den Testspielen und möchte sich dem Kampf um einen Stammplatz in Bayern stellen.  

3. Der Mittelfeld-Motor: Mahmoud Dahoud

In Gladbach holte Dahoud alles aus sich heraus. Unter Andre Schubert und Dieter Hecking wurde der heute 22-Jährige zum Starter in Gladbach. In Dortmund stagnierte seine Entwicklung unter den Trainern Bosz und Stöger. Die Spritzigkeit und aggressive Spielweise, die ihn in Gladbach auszeichnete, fehlte im Ruhrpott einfach. Als Gündogan-Ersatz gedacht, sollte Dahoud die Rolle des offensiven Sechsers übernehmen. Diese Lücke konnte er nie schließen.

Sein neuer Coach Lucien Favre verhalf Dahoud am 11. April 2015 bei Gladbach zu seinem Debüt gegen den BVB. Unter Favre könnte Dahoud wieder zu alter Stärke zurückfinden und zu einem Motor im Dortmunder Mittelfeld werden, der schon länger dringend gebraucht wird. Der Schweizer schaffte es schon bei seinen vorherigen Stationen, Spieler groß rauszubringen, wie auch BVB-Kapitän und Ex-Gladbacher Marco Reus. 

4. Der Kapitän: Davy Klaassen

Ex-Ajax-Kapitän Davy Klaassen hatte in Amsterdam alles, was sich ein Spieler wünschen konnte: Die Kapitänsbinde, eine talentierte Mannschaft und einen Stammplatz. Doch seine Ambitionen brachten den 25-jährigen Holländer im Jahr 2017 dazu, nach Everton zu wechseln. Dort lief es für Klaassen nicht. Das Ergebnis: Kein Stammplatz. Ein Wechsel musste schnell her. Die Bremer holten den niederländischen Nationalspieler für zwölf Millionen Euro an die Weser. Bei seinem Debut konnte Klaassen bereits ein Tor erzielen und zeigte auch sonst eine überzeugende Leistung.    

5. Der Flügelspieler: Vincenzo Grifo

Nach seinem rapiden Aufstieg in Freiburg wechselte Vincenzo Grifo zu Borussia Mönchengladbach. Doch viel Spielzeit bekam der 25-jährige Linksaußen in Gladbach nicht. Zwar kam er auf insgesamt 17 Einsätze, jedoch waren nur neun davon Startplätze. Mit einem Wechsel zu seinem Jugendklub Hoffenheim könnte der Linksaußen wieder an alte Erfolge der Saison 16/17 bei Freiburg anschließen. Besonders, da der schnelle Serge Gnabry nun weg ist, könnte Grifo durch seine feine Technik einen guten Ersatz bieten.  

6. Der Hubschrauber: Nicolai Müller

In Hamburg war Nicolai Müller jahrelang Leistungsträger einer Mannschaft, die selten gute Leistungen zeigte. Seine Geschwindigkeit, Dribbelstärke und Beweglichkeit halfen dem heute 30-Jährigen, als jährlicher Hoffnungsschimmer an der Elbe zu gelten. Doch im Auftaktspiel gegen den FC Augsburg der Saison 17/18 verletzte sich der Flügelflitzer nach seinem 1:0-Führungstreffer bitter beim Jubeln. Als Müller seinen Standardjubel, den „Hubschrauber“, ausführen wollte, rutschte er weg und riss sich im rechten Knie das Kreuzband. Erst sieben Monate später stand der kleine Flügelflitzer wieder gegen seinen heutigen Arbeitgeber Eintracht Frankfurt auf dem Platz. 

Zur Saison 18/19 wechselte er zu den Pokalsiegern und will sich nun einen Stammplatz erkämpfen. Da Adi Hütters Team mit Marius Wolf ein Stammspieler auf den Flügeln verloren hat, könnte Müller jetzt bei der Eintracht wieder ein wichtiger Spieler werden.  

7. Der amerikanische Flitzer: Bobby Wood

Sprintstark und abschlussschwach, so lief die Zeit von Bobby Wood in Hamburg. In 18 Starteinsätzen für den HSV schoss Wood in der vergangenen Saison nur zwei Tore. Der Amerikaner wurde zwar oft nicht in Szene gesetzt und Hamburg spielte oft auch offensiv keinen besonders guten Fußball, jedoch ließ der 25-Jährige auch fünf Großchancen liegen. Als Christian Titz dann Trainer beim HSV wurde und auch das offensive Spiel forcierte, zeigte Wood auch bessere Leistungen und bot sich auf dem Feld besser an.  

Dem HSV folgte er zwar nicht in die zweite Liga, schloss sich dafür aber Andre Breitenreiters Hannover auf Leihbasis an. Dieser sieht laut kicker im pfeilschnellen Amerikaner „großes Potenzial“ und glaubt an ihn. Neben ihm soll noch die ebenfalls flinke Leihgabe von Arsenal, Takuma Asano, groß auftrumpfen. Mit beiden Angreifern hätte Hannover einen Sturm, der jede Abwehrreihe vor Herausforderungen stellt.  

8. Der Mann zwischen Pfosten: Felix Wiedwald

Bei Werder Bremen hatte Felix Wiedwald in der Saison 16/17 in 25 Bundesligapartien insgesamt 49 Tore kassiert. Der 1,90 Meter große Torwart war kein guter Rückhalt für die löchrige Bremer Abwehr. Trotzdem schreckte dies den englischen Traditionsklub Leeds United nicht davor zurück, den in Thedinghausen geborenen Keeper 2017 auf die Insel zu holen. Wiedwald steigerte sich beim Traditionsklub: Er kassierte in 28 Spielen 33 Gegentreffer und spielte 12 Mal zu Null. Doch trotz dieser Steigerung verlor der 28-Jährige seinen Stammplatz an seinen damaligen Kollegen Bailey Peacock-Farrell, da Wiedwald erneut patzte.  

Eintracht Frankfurt stattete den Torwart im Sommer 2018 mit einem Drei-Jahres-Vertrag aus. Die Ablöse ist unbekannt. Zwar soll Wiedwald laut kicker als Backup geplant sein, aber Frankfurt hat in den letzten Jahren viel Geschick bei der Entwicklung von guten Torhütern bewiesen. Deshalb ist es auch denkbar, dass der Backup-Keeper eventuell ein unerwartetes Leistungslevel zeigen wird.  

9. Der Riese im Sturm: Daniel Ginczek

Daniel Ginczek war beim VfB Stuttgart jahrelang ein Liebling der Fans, doch Verletzungen schränkten ihn ein. Regelmäßige und schwere Verletzungen führten immer wieder dazu, dass sich der 27-Jährige nie als Stammstürmer festsetzen konnte. Seine Geschwindigkeit und Größe halfen den Stuttgartern zwar zum Aufstieg, jedoch konnte Ginczek in der zweiten Bundesliga oft nur von der Bank kommen. In der Saison 17/18 hatte Ginczek erneut mit Verletzungen zu kämpfen, konnte aber dennoch 17-mal einen Stammplatz ergattern, trotz der Ankunft von Mario Gomez. 

Zu Ginczeks Pech soll laut kicker sein Abgang zu Wolfsburg im diesjährigen Transferfenster eine rein wirtschaftliche Maßnahme gewesen sein. Doch dies kennzeichnet für den 1,91 Meter großen Stürmer gleichzeitig einen Neuanfang. Nach Mario Gomez fehlte den Wölfen ein eiskalter Stürmer: Eine Rolle die Ginczek mit seinen Anlagen gut übernehmen könnte.   

10. Der Wirbelwind: Patrick Herrmann

In der Saison 14/15 spielte Patrick Herrmann die Saison seines Lebens. In 46 Partien schoss Herrmann 16 Buden und bereitete sieben Tore vor. Nach dieser glorreichen Zeit folgten verletzungsgeplagte Jahre und wenig Einsätze. In der Saison 17/18 musste er oft von der Bank aus zusehen.  

Eigentlich galt Herrmann als bereits aussortiert, doch im Testspiel gegen den FC Southampton schoss er nach seiner Einwechslung wegen Ibrahima Traorés Verletzung zwei Tore. Zudem zeigte der Rechtsaußen eine gute Partie und brachte viel Tempo in die Gladbacher Offensive. Dieter Hecking wird nun wohl wirklich überlegen müssen, ob er den 27-jährigen Flügelflitzer verkauft.