Franco di Santo hat eine nicht immer leichte Zeit hinter sich. In England verschmäht und verkauft, bei Werder Bremen als Torjäger gefeiert, saß der Stürmer beim FC Schalke 04 zwischenzeitlich regelmäßig auf der Ersatzbank. Erst mit der Ankunft von Chefcoach Domenico Tedesco blühte der Argentinier wieder auf. Im System des Deutsch-Italieners ist der Südamerikaner mit italienischem Pass eine feste Größe und dürfte auch nach der Ankunft von Mark Uth auf seine Einsatzzeiten kommen.


Franco di Santo gehörte beim FC Schalke 04 in der abgelaufenen Spielzeit zum absoluten Stammpersonal, auch wenn er als nomineller Angreifer nur auf magere vier Tore und zwei Vorlagen in 34 Pflichtspieleinsätzen kam. Der Grund dafür, dass er auf Schalke aktuell dennoch ein unverzichtbarer Bestandteil der Mannschaft ist, ist Chefcoach Domenico Tedesco. Mit der Ankunft des Deutsch-Italieners blühte auch der Argentinier wieder auf, nachdem er zuvor unter Ex-Coach Markus Weinzierl nur auf zwölf Ligaeinsätze kam.

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Trotz magerer Torausbeute ein Fixpunkt im Schalker Spiel: Stürmer Franco Di Santo


Auch wenn man dem Stürmer in der neuen Saison wohl erneut keine zwingend zweistellige Torausbeute zutrauen kann, wird er wohl dennoch wieder eine wichtige Rolle in den Planungen der Knappen spielen. Der 29-Jährige ist bei Weitem kein klassischer Mittelstürmer, auch wenn dies zu seiner Zeit bei Werder Bremen noch ein wenig anders aussah. Di Santo ist ein Angreifer mit dem Kopf eines Defensivspielers, der perfekt in das System von Tedesco passt. Mit einer Körpergröße von 1,93 und seiner Kopfballstärke ist Di Santo auf beiden Seiten des Platzes enorm wertvoll. Darüber hinaus ist der Ex-Bremer ein sehr laufstarker Angreifer, der sich stets in den Dienst der Mannschaft stellt. Kein Wunder, dass er bei fast allen Spielen, in denen er über die vollen 90 Minuten zum Einsatz kommt, weit über zehn Kilometer abspult.


Seine Laufstärke bietet für seinen Coach Tedesco in der eigenen Defensive einen weiteren großen Mehrwert und ist Voraussetzung für das, was sein Trainer von ihm erwartet: Obwohl fast ausschließlich als Stürmer, hängende Spitze oder auf dem offensiven Flügel aufgestellt, arbeitet Di Santo stets mit nach hinten und ist bei gegnerischem Ballbesitz der erste Verteidiger der Königsblauen. Gegen den Ball ist der Angreifer dadurch elementarer Bestandteil des Pressings, welches Domenico Tedesco der Mannschaft seit seiner Ankunft implementiert hat. Mit dem taktischen Verständnis eines Defensivspielers findet man den Offensivmann immer wieder in der eigenen Spielhälfte, wo er den eigenen Ballgewinn forciert, um im Anschluss überfallartig schnell umzuschalten und den Gegner unter Druck zu setzen. 

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Schalke-Coach Domenico Tedesco (r.) hat klare Vorgaben für seinen argentinischen Stürmer 


Di Santos Spielweise lässt sich am besten veranschaulichen, wenn nicht Schalke, sondern die gegnerische Mannschaft in Ballbesitz ist. Dann nämlich lässt sich Di Santo bis auf Höhe des Balls oder gar dahinter fallen, um möglichst frühzeitig Passwege zuzustellen und den Gegner so unter Druck zu setzen. Mit Di Santo auf dem Platz generiert Schalke zumeist eine Überzahlsituation im Mittelfeld, die kaum freie Räume zulässt und so einen schnellen Ballgewinn ermöglicht. Nicht zufällig ließ Tedesco in der abgelaufenen Spielzeit meist mit einer Dreierkette spielen - so konnte er ein Mittelfeld mit vier oder sogar fünf Spielern aufbieten, das mit Franco Di Santo zusätzlich verdichtet wurde.  

Der Argentinier ist bei den Kollegen auf und neben dem Platz beliebt und genießt ein hohes Ansehen. Mit Di Santo als wichtigen Bestandteil der Mannschaft, wird mit Schalke auch im kommenden Jahr mit Sicherheit zu rechnen sein - der 29-Jährige könnte als Tedescos offensivster Verteidiger wieder eine entscheidende Rolle einnehmen.