Anfang der 1990er-Jahre hat ​Jay-Jay Okocha im Trikot von ​Eintracht Frankfurt noch Knoten in die Beine seiner Gegenspieler gedribbelt. Seine aktive Karriere hat der Nigerianer aber nunmehr schon seit zehn Jahren beendet. Zuletzt trat der ehemalige offensive Mittelfeldspieler eher mit Äußerungen über den Trainer der nigerianischen Nationalmannschaft in Erscheinung.


Im Januar 1992 war der Afrikaner für läppische 25.000 DM vom damaligen Oberligisten Borussia Neunkirchen zu den Hessen gewechselt. In der Folge blieb der lebensfrohe Offensivspieler den Adlern viereinhalb Jahre treu, ehe er auch bei Fenerbahce Istanbul, Paris Saint-Germain, den Bolton Wanderers, in Katar und zum Schluss seiner Spieler-Karriere noch einmal in England für Hull City für Furore sorgte. Auch in der nigerianischen Nationalmannschaft war der heute 44-Jähre über mehrere Jahre hinweg eine feste Größe. Der 75-fache Nationalspieler führte Nigeria im Jahre 1996 zum Olympiasieg und machte sich so endgültig zum Volkshelden.

Seinen größten Auftritt hatte der afrikanische Superstar aber bei einer Bundesliga-Partie gegen den Karlsruher SC. Beim Spiel am 13. August 1993 machte er sich mit einem der schönsten Tore der Bundesligageschichte unsterblich. Bei seinem Wahnsinnstanz vor dem gegnerischen Sechzehner ließ er nicht nur die Abwehrspieler der Karlsruher mit insgesamt fünf Haken innerhalb von elf Sekunden ganz alt aussehen, obendrein düpierte er auch noch Oliver Kahn, der damals zu Beginn seiner Bundesliga-Laufbahn noch das KSC-Tor hütete. Wenige Monate später wurde der Treffer völlig verdient zum Tor des Jahres gewählt.

Mittlerweile ist es eher ruhiger um die Vereinsikone der Frankfurter geworden. Bei der Weltmeisterschaft in Russland arbeitete er für den südafrikanischen TV-Sender SuperSport als Experte. Dabei nahm der sonst so herzliche Ex-Profi kein Blatt vor den Mund und sparte nicht an Kritik. So bemängelte er die Spielweise seiner Nachfolger und war auch mit einigen Entscheidungen von Nationaltrainer Gernot Rohr nicht einverstanden. Nigeria musste nach der Gruppenphase die Heimreise antreten.