​Sein letztes großes Turnier hatte sich ​Mario Gomez mit Sicherheit ganz anders vorgestellt. Nachdem der Torjäger des ​VfB Stuttgart den Gewinn der Weltmeisterschaft der DFB-Elf im Jahre 2014 von der heimischen Couch aus verfolgen musste, schied er in diesem Jahr mit seinen Kollegen sang- und klanglos bereits in der Vorrunde aus. Am Sonntag gab der Routinier nun seinen Rücktritt aus der Nationalelf bekannt. Seinen langjährigen Nationaltrainer Joachim Löw hatte er dabei schon im Vorfeld über seine Entscheidung informiert. 


Die breite Öffentlichkeit setzte Gomez am Sonntagnachmittag von seiner Entscheidung in Kenntnis. Den Weltmeistertrainer von 2014 hatte er bereits ein paar Stunden früher telefonisch erreicht und ihm die Beweggründe für seinen Nationalmannschaftsrücktritt geschildert. Der 58-jährige DFB-Trainer dürfte sich über den Anruf ziemlich gefreut haben, schließlich war er bei dem Nationalelf-Aus von Mesut Özil vor wenigen Wochen nicht im Vorfeld informiert worden und musste in den Medien von dem Rücktritt seines Spielmachers erfahren.

In seinem Statement, das Gomez in den sozialen Netzwerken veröffentlichte, erläuterte er die Gründe für seinen Entscheidung. So sei dieser Entschluss schon seit langem in ihm gereift. Es sein nun an der Zeit, "Platz zu machen und den vielen jungen und hochtalentierten Jungs die Möglichkeit zu geben, ihren Traum zu erfüllen, sich zu beweisen, Erfahrungen zu sammeln und das Beste für Deutschland zu erreichen".


Gegenüber dem SWR äußerte sich im Umfeld des Testspiels gegen Atletico Madrid auch VfB-Vorstand ​Michael Reschke zu seinem Schützling und lobte die Herangehensweise des 33-Jährigen. "Wie er das rübergebracht hat, zeigt, was für eine Persönlichkeit Mario ist", so der 60-Jährige. Dabei verriet der Kaderplaner der Schwaben, dass er bereits während des Trainingslagers der Stuttgarter in Grassau mit Gomez über diese Angelegenheit gesprochen habe. "Das ist typisch Mario Gomez. Nicht, dass er uns bei dieser Geschichte um Rückmeldung gebeten hat, weil es seine persönliche Entscheidung ist, sondern dass wir in jeder Phase informiert waren", so Reschke.