Toni Kroos hat die vom kicker durchgeführte Wahl zum Fußballer des Jahres gewonnen. Sportjournalisten kürten den 28-Jährigen mit großem Vorsprung vor Nils Petersen und Naldo. Bei den Trainern setzte sich Jupp Heynckes durch, bei den Frauen verteidigte Dzsenifer Marozsan ihren Titel.


Bei der Wahl unter den Mitgliedern des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) erhielt Kroos 185 Stimmen von insgesamt 475. Im vergangenen Jahr war er hinter Phillip Lahm noch auf Platz zwei gelandet. Diesmal gewann er vor Nils Petersen (39 Stimmen) und Naldo (38 Stimmen). Den Ausschlag zu Gunsten von Kroos dürfte allerdings nicht die WM gegeben haben, die auch für ihn persönlich schlecht lief, sondern seine Führungsrolle im Ensemble von Real Madrid - im Mai veredelt mit dem dritten Champions-League-Triumph in Folge.

"Es ist und bleibt eine schöne Auszeichnung. Fußballer des Jahres - das ist ein Preis, den man nicht so einfach bekommt - und vor allem auch nicht jeder", freute sich Kroos im kicker-Interview. Jupp Heynckes, der die Karriere von Kroos bei Bayer Leverkusen mit angeschoben hatte, schrieb in seiner Laudatio: "In meiner langen Laufbahn als Trainer hatte ich enorm viele hochtalentierte Spieler, aber bei Toni Kroos spürte ich sehr bald, dass er gewillt war, den professionellen Weg einzuschlagen. Er hörte nicht nur zu und verinnerlichte, was man ihm gesagt hat, er setzte diese Vorgaben auch um."


Heynckes gewinnt zum zweiten Mal


Heynckes selbst setzte sich nach 2013 zum zweiten Mal bei den Trainern durch. Doch diesmal ging es äußerst knapp zu: Schalkes Überflieger Domenico Tedesco landete mit zwei Stimmen weniger auf Rang zwei, Dritter wurde der jetzige Bayern-Coach Niko Kovac, der mit Frankfurt den Pokalsieg feierte. Preisträger Heynckes war nach der Entlassung von Carlo Ancelotti aus dem Ruhestand zurückgekehrt und hatte den FCB zum souveränen Gewinn der Meisterschaft geführt.

"Ich freue mich sehr, dass ich von den Fachjournalisten zum Trainer des Jahres gewählt worden bin", sagte der 73-Jährige. "Mein großes Kompliment gilt aber auch jenen, die nicht für mich gestimmt haben, weil es in der Bundesliga viele gute junge Trainer gibt, die diese Ehrung genauso verdient hätten - und natürlich auch Christian Streich in Freiburg", betonte er bescheiden. Bayern-Präsident Uli Hoeneß freut sich für seinen langjährigen Wegbegleiter: "Es ist besonders schön, dass in Zeiten, in denen ein gewisser Jugendwahn herrscht, ein älterer Trainer diese Wahl gewonnen hat." 


Bei der Wahl zur Fußballerin des Jahres gewann die 26-jährige Dzsenifer Marozsan, die mit Olympique Lyon in der vergangenen Saison die Meisterschaft und die Champions League holte. Sie siegte mit 105 Stimmen vor Pernille Harder (70). Ich bin nicht der Typ, der damit rechnet und es einplant", zeigte sich Maroszan überrascht.