1. FC Köln: 5 wichtige Erkenntnisse nach dem 2:0-Auftaktsieg

Der 1. FC Köln scheint den Abstieg aus der Bundesliga gut verkraftet zu haben und startete mit einem 2:0-Auftaktsieg gegen den VfL Bochum in die neue Zweitligasaison. Auch wenn die "Geißböcke" durchaus Glück hatten und der Gegner aus Bochum unter anderem einen klaren Elfmeter nicht bekam, ist der Ligastart für den "Effzeh" unterm Strich mehr als geglückt. Dabei lieferte die Partie neben sicherlich noch etwas fehlender Abstimmung gleich mehrere interessante Erkenntnisse und Ansätze im Kölner Spiel.

1. Unruheherd Christian Clemens

Der gebürtige Kölner erlebte im Vorjahr wahrlich eine Saison zum Vergessen, kam nach seiner Rückkehr aus Mainz nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus und bot bei seinen Einsätzen dann auch noch schwache Leistungen. Im ersten Pflichtspiel unter dem neuen Coach Markus Anfang durfte er nun von Beginn an im rechten Mittelfeld ran und machte seine Sache dabei mehr als ordentlich. Clemens gehörte zu den auffälligsten und besten Kölnern und dürfte nach dieser Leistung auch in der kommenden Partie gute Chancen auf die Startelf haben. Womöglich erlebt der Flügelspieler nach seiner Rückkehr in die Heimat in der 2. Bundesliga seinen (erneuten) Durchbruch.

2. Kopfballungeheuer Lasse Sobiech

Auch wenn Lasse Sobiech ohne die gelb-rote Karte von Innenverteidiger Jorge Mere wohl nicht in die Partie und zum Einsatz gekommen wäre, zeigte er gegen den VfL Bochum nach seiner Einwechslung doch eine sehr ansprechende Leistung. Vor allem im Luftzweikampf ließ der Neuzugang vom FC St. Pauli keine Zweifel aufkommen und klärte einen Flankenball nach dem anderen aus der eigenen Gefahrenzone. Mit dem Platzverweis des jungen Spaniers dürfte Sobiech zumindest in der nächsten Partie in der Startelf stehen. Wer weiß: Womöglich entwickelt er sich im Laufe der Saison noch zum unumstrittenen Stammspieler. Das Potenzial dazu hat er. 

3. Sorgenkind Salih Özcan

Mit 18 Jahren einst noch als Riesentalent gefeiert, stagniert die Entwicklung von FC-Eigengewächs Salih Özcan in den letzten anderthalb bis zwei Jahren ein wenig. Der Mittelfeldspieler musste nach dem Ausfall von Vizekapitän Marco Höger gegen die Bochumer auf der Sechserposition im zentralen Mittelfeld ran und offenbarte dabei gleich mehrere Schwächen. Sowohl in Sachen Reaktionsgeschwindigkeit als auch im taktischen Verständnis für den Raum leistete sich der gebürtige Kölner einige Fehler. Ob er den Großteil der Saison als Stammspieler erleben wird, ist angesichts der vielen Alternativen aktuell mehr als fraglich. 

4. Abwehrchef Rafael Czichos

Nach dem Abgang von Dominique Heintz in Richtung SC Freiburg spielt sich der Neuzugang von Holstein Kiel immer mehr ins Rampenlicht. Nachdem er schon in den Testspielen gute Leistungen gezeigt hatte, spielte er auch beim 2:0-Sieg gegen den VfL Bochum mehr als souverän. Neben seiner abgeklärten Leistung gegen den Ball erzielte der Innenverteidiger auch noch das vorentscheidende 2:0. Czichos profitiert enorm davon, dass er die Spielweise von Coach Markus Anfang bereits aus der Vorsaison aus gemeinsamen Zeiten in Kiel kennt. Er könnte in dieser Saison ein entscheidender Faktor im Kampf um den direkten Wiederaufstieg werden. 

5. Rekordtransfer Jhon Cordoba

Jhon Cordoba bekam von Trainer Markus Anfang den Vorzug gegenüber Simon Terodde, konnte das Vertrauen aber gegen Bochum nicht mit einem Tor zurückzahlen. Der Kolumbianer, der mit 17 Millionen weiterhin der Rekordtransfer der Kölner Vereinsgeschichte ist, geht zwar in jeden Zweikampf und wühlt sich immer wieder auf - zu wirklich guten Torgelegenheiten kommt er aber wie schon in der Vorsaison viel zu selten. Als einzige Sturmspitze hat er es womöglich schwer, dennoch sollte der Kolumbianer sich auf das Toreschießen konzentrierten. Denn dafür wurde er geholt. Eine mögliche Lösung könnte eine Systemumstellung auf zwei Stürmer sein.