​Bayer Leverkusens neuer Torwart Lukas Hradecky hat anlässlich seines Wechsels die Ähnlichkeiten zwischen seinem ehemaligen Trainer Niko Kovac und neuen Trainer Heiko Herrlich beschrieben, über seine Rolle als Nachfolger von Bernd Leno gesprochen und Ansprüche an die neue Saison formuliert. 


Angesprochen auf die Rolle als Nachfolger von Bernd Leno, der seit 2011 Stammtorwart bei Bayer 04 Leverkusen war, meint Lukas Hradecky im Interview mit ​t-online.de: "Ich nehme das ganz entspannt und hoffe, hier genauso gut zu werden wie Bernd. Er hat sieben Jahre in Leverkusen gespielt und war jede Saison einer der besten Torhüter der Liga. Damit liegt die Latte für mich natürlich sehr hoch. Aber in Frankfurt, wo ich als Nachfolger von Kevin Trapp geholt wurde, war es fast das Gleiche." 


Dabei unterschrieb Hardecky bereits ablösefrei in Leverkusen, bevor Lenos späterer Abgang zum ​FC Arsenal feststand. "Wir haben vor meinem Wechsel auch mehrmals gesprochen. Letztendlich ist glücklicherweise alles nach Plan gelaufen und er hat seinen Wunschwechsel bekommen", erklärt der 28-jährige Finne den ungewöhnlichen Ablauf.

Nun bei Bayer Leverkusen möchte Hradecky den nächsten Schritt machen und die Champions League erreichen, nachdem Bayer 04 diese mit Platz fünf im letzten Jahr knapp verpasste: "Bei diesem starken Kader müssen wir die Ziele ganz hoch stecken. Fangen wir erst einmal bei der Qualifikation für die Champions League an. Und dann ist da noch der DFB-Pokal: Den wollen wir gewinnen. Dafür bin ich ja ein Spezialist", meint Hradecky lachend. 


Mit ​Eintracht Frankfurt konnte der Keeper zuletzt zweimal in Folge das Pokalfinale erreichen und in diesem Jahr mit dem Pokalsieg den ersten Titel seit 30 Jahren für die Eintracht holen. "Natürlich muss man da Glück haben. Aber es sind eben nur sechs Siege bis zum Titel", beschreibt Hradecky den Reiz des Pokals. 


Für solche Erfolge sei laut dem 28-Jährigen vor allem der Trainer sehr wichtig: "Der Effekt des Trainers ist dabei sehr groß. Das war die dritte Saison mit Niko Kovac und wir hatten seine Spielidee total verinnerlicht. Das ist in Leverkusen ähnlich. Heiko Herrlich ist jetzt im zweiten Jahr hier und man sieht schon die Automatismen. Am wichtigsten ist aber, dass die Mannschaft zusammenhält, der Teamgeist. Und da habe ich hier in Leverkusen ein sehr gutes Gefühl." Auch persönlich seien die beiden Trainer durchaus vergleichbar: Heiko und Niko sind eigene Persönlichkeiten, die sich aber auch sehr ähnlich sind: Beide sind Top-Trainer, die eine gute Ansprache haben und wissen, was sie wollen. Außerdem sind beide sehr gläubig."

Der Neu-Leverkusener Hradecky sieht außer beim Trainer auch in der Mannschaft viel Potential. Man habe eine sehr gute, junge Mannschaft, die nur noch Erfahrung brauche, um auch schwächere Spiele für sich zu entscheiden. "Dahin muss man sich aber erst entwickeln." Dabei spiele bereits ein Teil der Zukunft der deutschen Nationalmannschaft in ​Leverkusen: "Leverkusen war immer schon bekannt für junge deutsche Spieler. Brandt, Tah oder Havertz: Das sind alles Mega-Talente. Brandt und Tah sind bereits regelmäßig im DFB-Team dabei. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass auch Havertz in der kommenden EM-Qualifikation einige Spiele machen wird", ist Hradecky von der Qualität der Talente überzeugt. Sollten diese ihren nächsten Schritt machen, dürfte auch die Qualifikation für die Champions League wieder gelingen.