Armin Veh, seit Dezember 2017 Geschäftsführer Sport beim Absteiger 1. FC Köln, hat die Qualität der Bundesliga in der letzten Saison als "einfach schlecht" und das historische deutsche WM-Vorrunden-Aus als folgerichtig bezeichnet. Das schlechte Abschneiden komme "nicht von ungefähr". Gründe für die Probleme des deutschen Fußballs sieht Veh vor allem in der Art und den Schwerpunkten der Nachwuchs-Ausbildung. 


In einem Interview mit der ​Süddeutschen Zeitung hat sich Armin Veh zur insgesamt schlechten Entwicklung des deutschen Fußballs geäußert. Der Geschäftsführer des ​1. FC Köln sieht zu wenig spielerische Qualität im Oberhaus: "Ich darf das als Sportchef des Tabellenletzten eigentlich nicht sagen: Aber die Qualität in der Bundesliga in der letzten Saison war einfach schlecht." Veh wurde im Dezember 2017 Geschäftsführer Sport der Kölner, konnte den Abstieg aber nach einer desaströsen Hinrunde mit nur sechs Punkten und elf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer nicht mehr verhindern.

1. FC Koeln v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Geschäftsführer Armin Veh spricht Klartext


Diese fehlende Qualität und Kreativität im eigenen Ballbesitz habe sich laut Veh auch bei der WM und den Spielen der deutschen Nationalmannschaft fortgesetzt: "Wenn wir fußballerisch nicht bald andere Prioritäten setzen, dann wird es nicht besser werden.“ Denn es „kommt nicht von ungefähr, was bei der WM mit der Nationalmannschaft passiert ist." Die deutsche Nationalmannschaft war bei der diesjährigen WM zum ersten Mal in der Geschichte bereits in der Vorrunde ausgeschieden. 


Die mangelnde Qualität im Offensivspiel liegt für Veh zu großen Teilen in der heutigen Ausbildung der deutschen Nachwuchsspieler: "Es war eine Zeit lang richtig, sich taktisch und technisch zu verbessern, aber wir vergessen Elementares: Dribbeln und Eins-gegen-eins-Situationen lösen, offensiv und defensiv. Wir lassen es in der Jugend gar nicht mehr zu, dass einer mal drei Mann ausspielt."

Bereits im März diesen Jahres hatte sich Veh negativ zur Qualität des Fußballs in der Bundesliga geäußert: "Ich sehe die Spiele ja nicht bloß als Manager, sondern auch als Konsument. Da schalte ich inzwischen bei vielen Spielen weg. Ich warne einfach nur davor, dass wir uns in der Bundesliga zu wohlfühlen. Wir haben ein tolles Produkt, müssen aber aufpassen, dass wir damit nicht einschlafen", hatte ​Veh damals gemahnt, und bereits ein strukturelles Problem in der Nachwuchsförderung angesprochen: "Wir müssen wieder Typen rausbringen, nicht alle über einen Kamm scheren. Sportlich brauchen wir wieder Dribbler. Bei uns ist es schon in der Jugend Mode, gegen den Ball zu arbeiten, wie es immer so schön heißt. Und nur noch zu passen. Da darf ja keiner mehr dribbeln. Wir müssen umdenken."