​​Max Meyer galt jahrelang als eine der größten Hoffnungsträger für die Zukunft des ​FC Schalke 04. Nachdem sich der Mittelfeldspieler in der vergangenen Saison jedoch mit den Offiziellen des Vereins rund um Manager Christian Heidel überworfen hatte und eine Vertragsverlängerung ausschlug, hat der Deutsche mit Crystal Palace nun endlich einen neuen Verein gefunden. Dabei wird der Youngster für seinen Wechsel in die Premier League zwar dem Vernehmen nach fürstlich entlohnt, eine sportliche Weiterentwicklung sieht aber anders aus.


Zugegeben: die Premier League ist im Vereinsfußball momentan das Maß aller Dinge. Nirgendwo sonst tummeln sich die Weltstars so zahlreich. Doch wenn man bei der Premier League nur an den Hochglanzfußball von Manchester City und dem FC Liverpool denkt, hat man die Rechnung ohne die zwar finanzkräftigen, aber sportlich dennoch ziemlich perspektivlosen Vereine an dem Ende der Nahrungskette gemacht. So ist der neue Verein von Meyer zwar angeblich in der Lage, seinem Neuzugang zehn Millionen Euro Gehalt jährlich zu zahlen, die Perspektive in der Zukunft auch international zu spielen, ist aber quasi nicht existent.

So muss der ehemalige Shootingstar der Königsblauen, der von seinem Berater in der Vergangenheit mit dem Label "Weltklasse" ausgezeichnet wurde, sich in Zukunft mit dem harten Abstiegskampf in der englischen Liga auseinandersetzen. Sein Ex-Verein indes, wird sich in der kommenden Saison nach dem Gewinn der Vize-Meisterschaft im vergangenen Saison in der Champions League mit den Besten messen. Dass dem neuen Klub des gebürtigen Oberhauseners einige peinliche Patzer unterliefen und so zum einen sein Namen falsch geschrieben wurde und ein Bild von Joshua Kimmich verwendet wurde, lässt die Anhänger der 'Knappen' mit einem Grinsen zurück. Auch der Spieler selbst dürfte sich erste Gedanken machen, ob er bei seinem Verein die Wertschätzung erhalten wird, die er auf Schalke so vermisst hatte oder ob er bei Crystal Palace in der Kapitalmasse untergehen wird.

Dennoch besteht durchaus die Möglichkeit, dass der ehrgeizige Mittelfeldakteur das Sprungbrett, dass ihm nun offenbart wurde, nutzen kann und er sich so für höhere Aufgaben empfehlen kann. Wichtig wird es jedoch zweifelsohne sein, nun regelmäßig zum Einsatz zu kommen und sich die Spielpraxis zu holen, die ihm bei Schalke, wohl verständlicherweise, nicht gegeben wurde.


Als größter und wohl aktuell einziger Gewinner dürfte aktuell aber wohl nur der FC Schalke 04 zurückbleiben. Zwar konnte man beim Abgang von Meyer nicht noch einmal abkassieren und musste ein Eigengewächs ablösefrei ziehen lassen. Dafür ist das leidige Kapitel nun endgültig abgeschlossen und kann sich das Team von Trainer ​Domenico Tedesco wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Zudem können sie mit Meyer einen Spieler von der Gehaltsliste streichen, der obwohl er sportlich keinerlei Rolle mehr spielte, den Verein weiter fleißig Geld kostete. Nach 192 Pflichtspielen im Trikot der 'Königsblauen' hatten sich jedoch wohl alle Parteien noch vor einem Jahr ein solch unrühmliches Ende nicht vorstellen können.