Kevin De Bruyne ist ein Ausnahmefußballer, das erkannte man bereits vor einigen Jahren. Daher verpflichtete der VfL Wolfsburg den Belgier im Januar 2014 für 22 Millionen Euro, ehe man ihn anderthalb Jahre später für ein Vielfaches mehr an Manchester City verkaufte. Doch die Frage, wie man einen Transfer hätte verhindern können, habe die Verantwortlichen offenbar so sehr belastet, dass man dabei den Skandal um die manipulierten Diesel-Abgaswerte nicht beachtet habe.


Dies gehe aus Unterlagen, der der Bild vorliegen würden, hervor​, wie Redakteur Michael Manske vermeldet. Doch auch die ​Süddeutsche Zeitung berichtete vor einigen Tagen über diese kontroverse Geschichte.


Demnach seien allen voran Martin Winterkorn und Francisco Javier Garcia Sanz die Hauptverantwortlichen. Winterkorn war bis September 2015 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, zugleich im Aufsichtsrat des VfL Wolfsburg tätig. Garcia Sanz hingegen war Vorsitzender des Aufsichtsrates und war zudem bis April dieses Jahres Vorstandsmitglied bei VW.

VfL Wolfsburg v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

  In 70 Einsätzen stellte Kevin De Bruyne mit 57 Torbeteiligungen seine Klasse unter Beweis - und galt daher beim VfL Wolfsburg als unverzichtbar



Winterkorn habe öffentlich stets betont, erst kurz vor seiner Demission von den manipulierten Abgaswerten erfahren zu haben, was mittlerweile mehr als fraglich erscheint. So wird der 71-Jährige damit belastet, dass sich Bernd Gottweis, der selbst jahrelang im Konzern tätig war,  einst mit einem Vertrauten Winterkorns unterhalten habe. Dieser habe ihm erzählt, dass er mit Winterkorn und Garcia Sanz eigentlich über den Diesel-Skandal hätte sprechen sollen, während der gesamten Diskussion jedoch außen vor blieb. Viel mehr waren seine Gesprächspartner damit beschäftigt, eine Lösung zu finden, wie man einen Verkauf von De Bruyne an Manchester City verhindern könne. Der Transfer lag wochenlang in der Luft, offiziell wurde er erst am 30. August 2015.

Nur wenige Tage später räumte man gegenüber der US-Umweltbehörde EPA die Manipulation der Abgaswerte ein, am 19. September gab man diese öffentlich zu. Den neuesten Berichterstattungen zufolge müsse Winterkorn bereits zuvor davon gewusst haben, da selbst Gottweis seit 2012 informiert gewesen sei. Doch gemeinsam mit dem Diesel-Gate ging es auch beim VfL Wolfsburg bergab, der den Abgang des Spielmachers nie so recht kompensieren konnte und in den vergangenen Jahren zweimal in Folge in der Relegation antreten musste. 

Zwar hat De Bruyne nur indirekt mit diesem Thema zu tun, doch wenn sich zwei der wichtigsten Köpfe eines solch großen Konzerns lieber darüber unterhalten, wie sie den Verkauf eines Spielers verhindern wollen, anstatt dass sie sich um das schwerwiegendere Problem im Automobilbereich kümmern, sagt dies genug darüber aus, inwiefern die Betroffenen die gesamte Thematik tatsächlich interessiert hat.