Einige Wochen sind bereits vergangen, doch trotzdem ist das Thema rund um Mesut Özil und die Gründe für seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft weiterhin aktuell. Nach Manuel Neuer bezog nun auch Thomas Müller Stellung zur Thematik, wollte sich zu der aus seiner Sicht "aufgebauschten" Debatte jedoch nicht großartig äußern.


Denn was den 29-Jährigen besonders störte, war die Art und Weise, wie in den Medien damit umgegangen wurde: "Die Debatte wird natürlich auch von außen immer wieder schön befeuert", sagte Müller laut Welt. Zwar hätten Verband und Spieler "keine glückliche Rolle gespielt", doch die dauerhafte mediale Berichterstattung sei eines der größten Störfeuer innerhalb der Diskussion gewesen: "Der DFB wollte nix anderes, als dass Ruhe einkehrt, aber es wurde natürlich immer nachgefragt, nachgebohrt und man hat das Thema aufgebauscht. Jetzt hat man den Salat. Für die Verkaufszahlen und Klicks ist das natürlich immer noch schön."

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  Ist nicht gerade gut auf das gegenwärtige Thema Nummer eins zu sprechen: Thomas Müller



Insgesamt sei die Thematik innerhalb der Mannschaft nicht wirklich von großer Bedeutung gewesen, weshalb Müller monierte, dass man bis heute "immer wieder" darauf angesprochen wird. Der Angreifer fordert daher: "Wir sollten diese Diskussion und Debatte endlich beenden und uns auf das Sportliche konzentrieren. Von Rassismus im Sport und in der Nationalmannschaft kann absolut keine Rede sein."


Dabei wurde nicht zuletzt auch aus den eigenen Reihen des ​FC Bayern München weiterhin Stellung zur Causa Özil bezogen. ​So sagte beispielsweise Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge: "Bitte: Er ist doch nicht kritisiert worden, weil er türkischer Abstammung ist. Das ist eine Fabel, die von seinen Beratern erzählt wird. Das geht mir ohnehin zunehmend auf die Nerven: Die Berater geben heute immer mehr die Statements und die Interviews. Das ist teilweise wie Märchenstunde."


Neuer: "Haben versucht, alle zu integrieren"


Unterstützung erhielt Müller jedoch von Manuel Neuer, dessen Wort als Kapitän der Nationalmannschaft besonders gefragt war. "Für die, die alles gelesen haben, war dieses Thema sehr anstrengend", so der Torhüter laut der ​Süddeutschen Zeitung. Özil sei innerhalb der Mannschaft keinesfalls mit Rassismus konfrontiert worden, egal in welcher Form. "Wir haben immer versucht, alle zu integrieren. Wir haben für unsere Mitspieler auch alles getan, damit jeder mit einem guten Gefühl in die Spiele geht." Dabei betonte er auch, dass solche Dinge eher weniger in der Öffentlichkeit besprochen werden sollten: "Ich habe gelernt, dass man nichts sagen muss, wenn man nicht gefragt wird. Wenn man die Stimme erhebt, dann intern, mit den richtigen Worten."

Doch trotz Müllers Tirade gegen die Medien ist klar: Das Thema Mesut Özil wird auch noch in einigen Wochen von Bedeutung sein, besonders im Zuge auf mögliche Veränderungen innerhalb des DFB. Möglicherweise werden dann einige Vertreter ihren Posten abgeben müssen, um den Verband wieder in die richtigen Bahnen lenken zu lassen.