Während des Trainingslagers in Bad Ragaz trat Borussia Dortmund am Freitagabend zum insgesamt drittletzten Testspiel der Vorbereitung gegen Stade Rennes an. Gegen den französischen Erstligisten tat sich die Mannschaft von Lucien Favre schwer, wahrte die frühe Führung jedoch bis kurz vor Spielende, ehe in der Nachspielzeit der Ausgleich fiel. Nach der Partie sprach der neue Kapitän, Marco Reusgegenüber Sky darüber, was der Mannschaft derzeit noch fehlt und was sie bereits sehr gut macht.


Viel fehlte nicht, ehe Borussia Dortmund auch das vierte von fünf Testspielen gewonnen hätte. Bereits nach zwei Minuten brachte Außenverteidiger Lukasz Piszczek die Mannschaft bei der Partie im österreichischen Altach Führung, doch der Gegner aus Rennes hielt nach dem Gegentor gut dagegen, hatte einige Möglichkeiten und setzte die Dortmunder immer wieder unter Druck.

In der Nachspielzeit folgte die Belohnung für den tabellenfünften der abgelaufenen Saison: Nach einem Handspiel von Dzenis Burnic im Strafraum traf Romain Del Castillo zum späten Ausgleich. Trotz des Spielverlaufs haderte Marco Reus nach der Partie mit dem Remis, hatte jedoch auch positive Worte für den Gegner übrig: "Wir hätten gerne das Spiel gewonnen, weil wir es auch gerne gewinnen wollen und weil uns das Selbstvertrauen gibt. Leider hat es nicht gereicht. Ich denke, im Endeffekt war es auch gerecht. Stade Rennes hat es dann sehr gut gemacht."

​Die Mannschaft von Sabri Lamouchi startet bereits in einer Woche in der Ligue 1, weshalb der 29-Jährige anmerkte: "
Man hat gemerkt, dass sie frischer in den Beinen sind." Darauf wollte sich Reus jedoch nicht fokussieren und sprach viel mehr über die Erkenntnisse, die gesammelt werden konnten. So habe man "gute Kombinationen" zeigen können, "das Mittelfeld gut überbrückt und einen guten Spielaufbau gehabt." Zugleich mahnte er auch: "Natürlich müssen wir in der Defensive noch an der Feinabstimmung arbeiten, aber dafür haben wir noch genügend Zeit."


Reus im Sturm? "Man wird sehen, was der Trainer plant"


Der neue Kapitän stand in den ersten 45 Minuten auf dem Platz und agierte dabei als Mittelstürmer für Maximilian Philipp, der zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Ob dieses Modell auch eines für die Zukunft sein könnte, ließ er dabei offen: "Das wird man im Laufe der Zeit sehen, was der Trainer plant. Es hängt davon ab, wie er gerne spielen möchte." Abgeneigt schien er jedoch nicht: "Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt."

Borussia Dortmund Training Camp

  Will als Kapitän Verantwortung übernehmen - und das in jeder Rolle: Marco Reus


Dass dieser in seinen ersten Wochen bereits viel bewirkt hat, habe man "vom ersten Testspiel an" sehen können. "Man hat denke ich gesehen, dass wir mit dem Torwart ein gutes Aufbauspiel haben und den Ball nach vorne tragen wollen." Zwar fehle derzeit noch der Punch im letzten Drittel, doch Reus bleibt optimistisch. Dies sei "wahrscheinlich des Trainings geschuldet, das wird in den nächsten Tagen hoffentlich kommen", ist er sich sicher.


Favre: "Es war schwer für uns"


Auch Favre selbst äußerte sich bei ​Sky zum Unentschieden, zeigte sich jedoch wie gewohnt ein wenig kritischer: "Es war schwer für uns, zu verteidigen und sie hatten auch zwei, drei große Möglichkeiten. Wir waren einfach in der Balleroberung nicht so gut, und wenn du da nicht gut bist, bist du offensiv nicht gut. Das bedeutet, du beherrschst nicht den Ball und die Situation. Es war viel zu tun." Zudem sei man aufgrund des Trainingslagers müde gewesen, Rennes hingegen schon am Ende der Vorbereitung. Gelten lassen wollte Favre diese Ausrede jedoch nicht: "Das ist keine Top-Entschuldigung."

Noch bis zum achten August verweilt der BVB in der Schweiz, einen Tag vor dem Ende des Trainingslagers trifft man dabei auf den SSC Neapel. Das letzte Testspiel folgt in gut einer Woche gegen Lazio Rom, ehe am 20. August das erste Pflichtspiel ansteht, wenn man in der ersten Runde des DFB-Pokals auf die Spielvereinigung Greuther Fürth trifft. Bis dahin wird weiter fleißig trainiert, um die anstehende Saison so erfolgreich wie möglich zu gestalten.