​Als Spieler wurde Karl-Heinz Rummenigge unter anderem Europameister, mit dem FC Bayern München gewann er die deutsche Meisterschaft und auch den Weltpokal. Nach seiner Tätigkeit als Co-Kommentator bei der ARD und seiner Zeit als Vizepräsident wurde der inzwischen 62-Jährige im Februar 2002 nach der Umstrukturierung des Vereins zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Nach 16 Jahren in diesem Amt äußert er sich im Interview mit der tz nun erstmals zu der Zeit danach. 


Zunächst sprach der Funktionär über den Aufstieg des Vereins zu einer Weltmarke seit seinem Amtsantritt vor 16 Jahren. "Der Klub ist im wahrsten Sinne des Wortes explodiert – und zwar im positiven Sinne." Rummenigge macht diesen Erfolg aber offenbar nicht allein von seiner Person abhängig. "Ich persönlich will nicht zur Gruppe derer gehören, die meinen, sie wären unersetzlich. Irgendwann wird auch für mich der letzte Tag kommen. Dann muss man nicht nur bereitwillig, sondern auch positiv den Schlüssel übergeben, den der Nächste wieder in die Tür steckt."

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Rummenigge mit dem FC Bayern in Florida. Ende 2019 endet dessen Vertrag beim Rekordmeister


Eine frühzeitige Entscheidung bezüglich seiner Zukunft schließt Rummenigge indes aus. Dem "neuen Mann" werde man einen "Rettungsring" zuwerfen, wie es der aktuelle Vorstandsvorsitzende metaphorisch ausdrückte. "Schwimmen" müsse der künftige Nachfolger des 62-Jährigen allerdings allein. In diesem Zusammenhang wünscht er sich einen Studiengang, der ehemalige Fußballer auf diese Rolle vorbereitet.


"Den Klub werde ich immer verfolgen", betont er. Gleichzeitig zog er einen Vergleich zur ECA, der European Club Association. Von Januar 2008 bis September 2017 fungierte er als erster Vorsitzender der Vereinigung und wurde schließlich zum Ehrenvorsitzenden ernannt. "Vergangenes Jahr habe ich nach zehn Jahren bei der ECA aufgehört, habe sie auf einem Top-Niveau verlassen. Als der Abschied kam, war mir schon wehmütig ums Herz, im Nachhinein muss ich allerdings sagen: Es war die absolut richtige Entscheidung. Man muss auch bereit sein loszulassen. Bayern München wird für mich und meine Familie immer eine Rolle spielen, schließlich habe ich mein ganzes Leben dort und dafür verbracht. Und dann wird irgendwann ein Neuer kommen, der frischen Wind reinbringt."


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Glaubt man den Worten des ehemaligen Weltklasse-Stürmers, so könnte dessen Abschied vom Rekordmeister eher früher als später bevorstehen, was eine neue Ära beim deutschen Rekordmeister nach sich ziehen würde.