„Danke für alles, Bene!“ Benedikt Höwedes verlässt den FC Schalke 04 – dieses Mal endgültig. Nach seinem einjährigen Engagement bei Juventus Turin kehrte der 30-Jährige zunächst nach Gelsenkirchen zurück, doch waren sowohl die Schalker Verantwortlichen als auch Höwedes nicht auf eine gemeinsame Zukunft aus. Das Ergebnis: ‘Bene‘ schloss sich dem russischen Erstligisten Lokomotive Moskau an, unterschrieb dort einen Vierjahresvertrag. Der Schalker Jung mit königsblauem Blut in den Adern – wie er als Leistungsträger und Identifikationsfigur bei den Knappen“ sportlich ersetzbar wurde.


Domenico Tedesco steht für Revolution. Domenico Tedesco steht für Neues. Domenico Tedesco steht für Erfolg auf Schalke. Am 21. Juni vergangenen Jahres stellte der Revierklub den 32-Jährigen als neuen Cheftrainer vor – danach sollte nichts mehr so bleiben, wie es mal war. Nachdem die Knappen mit Markus Weinzierl die Spielzeit 2016/17 auf Rang zehn beendeten, begab sich Neu-Coach Tedesco nach seinem Amtsantritt rasch auf die Suche nach den Ursachen für dieses miserable Saisonergebnis. Sein Fazit: Mit Benedikt Höwedes hatte ein Spieler alleine jahrelang viel zu viel Verantwortung auf Schalke getragen. Lösungsansatz: Die Verantwortung neu und auf mehrere Schultern verteilen.

Mit Ralf Fährmann war demnach ein neuer S04-Kapitän geboren. Und das hieß nicht, Höwedes soll als Führungsspieler auf dem Platz fortan nicht mehr vorneweg gehen. Im Gegenteil: Tedesco hatte mehrfach betont, wie wichtig der Weltmeister von 2014 für ihn sei. Was der 32-Jährige allerdings nicht tat – und das ist absolut legitim für einen Trainer, der im Rahmen seiner zweiten Station beim FC Schalke anheuert – war, Höwedes einen Stammplatz zuzusichern. Der Verteidiger sollte sich dem Konkurrenzkampf stellen, ergriff daraufhin allerdings die Flucht nach Turin, wo er aufgrund von zahlreichen Verletzungen letztlich nur dreimal zum Einsatz kam.


„Reisende soll man nicht aufhalten“, hieß es unterweilen von Domenico Tedesco, der – zusammen mit Christian Heidel – einem verdienten Schalker wie Höwedes keine Steine in den Weg legen wollte. Der Gelsenkirchener Publikumsliebling wiederum erklärte via Facebook: „In den letzten Wochen ist dieses Vertrauensverhältnis mehrfach auf die Probe gestellt worden. Das Kapitänsamt ist nur ein Teil davon. Reisende kann man aufhalten, wenn man will.“ Und sorgte so für ordentlich Gesprächsstoff auf Schalke. Als „Identitätsschänder“ verurteilt, hatten einige S04-Fans Manager Christian Heidel nach dem Theater um ‘Bene‘ bereits gefressen. Doch sowohl Heidel als auch Trainer Domenico Tedesco wussten alle Kritiker Lügen zu strafen.

FC Schalke 04 v RB Leipzig - Bundesliga

Nach über 16 Jahren Königsblau: Benedikt Höwedes sagt seinem Herzensklub endgültig Adé


Am Ende einer bärenstarken Saison feierten die „Knappen“ die Vizemeisterschaft, die Anhänger der Blau-Weißen erfreuten sich derweil an einer Mannschaft, die charakterlich sowie mental so stark war, wie sie es seit mehreren Jahren vermissen ließ. Mit Naldo, Thilo Kehrer, Matija Nastasic und Benjamin Stambouli hat Tedesco vier absolute Top-Innenverteidiger in seinen Reihen, die alle den Anspruch auf einen Stammplatz haben dürfen. Hinzu kommt, dass man mit Salif Sané den besten Zweikämpfer der vergangenen Bundesligasaison verpflichtet hat, weshalb ein verletzungsanfälliger Benedikt Höwedes sportlich gesehen schlichtweg keine Bereicherung mehr für den Kader des Revierklubs gewesen wäre. 


Der Ex-Kapitän der „Knappen“ – Er war Schalker durch und durch, Malocher vor dem Herrn, holte mit Schalke den DFB-Pokal und darüber hinaus die Weltmeisterschaft mit Deutschland. Einen verdienten Spieler, der dem Verein so viel gegeben hat, gilt es gebührend zu verabschieden, weshalb sich in diesem Punkt die Geister scheiden werden. Wichtig also, es noch einmal zu erwähnen, und zwar mit den Worten der Fans: „Danke für alles, Bene! Du bleibst immer einer von uns! Die Fans von S04 werden dich immer im Herzen tragen.“