Jährlich geben die Trainer der 18 Bundesligisten im Vorfeld der Saison ihre persönlichen Tipps darüber ab, wer in der anstehenden Spielzeit deutscher Meister wird. Aufgrund der Dominanz in den vergangenen Jahren setzen die meisten nüchtern auf den ​FC Bayern München, doch einer wehrt sich gegen diese Bewegung: Heiko Herrlich. Der Trainer von ​Bayer Leverkusen tippt lieber auf den Rivalen aus Dortmund.


In der Vergangenheit gab es einige Vereine, die den Bayern immer wieder das Wasser reichen konnten. Zu Beginn des Millenniums war Bayer Leverkusen ein ums andere Mal nah dran am Meistertitel, ehe Werder Bremen die Saison 2003/04 mit dem Gewinn des Doubles krönte. Nach vereinzelten Meistern wie dem VfB Stuttgart oder dem VfL Wolfsburg ging die Schale jedoch regelmäßig nach München, ehe Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp eine rasante Entwicklung nahm und sich in den Jahren 2011 und 2012 den Titel sicherte.


Seit dem Nadelstich vor sechs Jahren, in dem die Bayern - exakt zehn Jahre nach den Leverkusenern - in der Meisterschaft, dem DFB-Pokal und in der Champions League lediglich den Vize-Titel errangen, stieg die Dominanz in ungeahnte Höhen. In der Liga sind die Münchner dem Rest um Längen voraus, in der abgelaufenen Saison feierten sie die sechste Meisterschaft in Serie. 


Vor einem Jahr war Heiko Herrlich der einzige Bundesliga-Trainer, der nicht darauf setzte, dass die Bayern im Titelrennen erneut für Langeweile sorgen: "Ich tippe, dass Borussia Dortmund deutscher Meister wird", wurde 46-Jährige damals in der ​Bild zitiert. Doch auch in diesem Jahr bleibt sein Tipp unverändert, was er mit den Umstrukturierungen der vergangenen Woche begründet: "Ich habe schon im Vorjahr auf den BVB getippt und bleibe bei dieser Einschätzung. Der BVB hatte einen super Kader, der noch gezielt verstärkt wurde.Und Lucien Favre wird wieder Ordnung reinbringen."

Ob Herrlich mit dieser Einschätzung erneut alleine sein wird, ist noch offen. Alle anderen Übungsleiter haben sich noch nicht zu der Frage geäußert, doch klar ist: Wer Meister werden will, muss sich über Monate gegen den FC Bayern durchsetzen, und wenn möglich auch die direkten Duelle gewinnen. Doch in Sachen Konstanz haben viele Vereine in der Bundesliga Probleme, weshalb manche Vereine besser oder gar schlechter abschneiden, als man es vor der Saison vermuten würde.