Der ​FC Bayern München sicherte sich am Mittwoch die Dienste von Alphonso DaviesDer erst 17-jährige Angreifer der Vancouver Whitecaps war bei vielen europäischen Vereinen begehrt, doch letztendlich entschied er sich für ein Engagement beim deutschen Rekordmeister, dem er ab Januar 2019 angehören wird. Doch was macht den kanadischen Nachwuchsspieler aus?


Alphonso Davies ist jung, talentiert und sammelte bereits in der höchsten nordamerikanischen Liga, der MLS, Erfahrung. Der 1,78 Meter große Linksaußen ist variabel, kann daher ebenfalls in der Zentrale eingesetzt werden. Sein Debüt absolvierte er im Alter von 15 Jahren, wofür Trainer Carl Robinson einst Kritik erntete

"Die Leute haben gesagt, ich sei verrückt, als ich ihn auf das Feld gebracht habe. Ich weiß, was ich tue", rechtfertigte der Waliser seine damalige Entscheidung. Mittlerweile ist klar: Davies so früh bei den Profis einzusetzen, war goldrichtig.


Seitdem absolvierte er 68 Pflichtspiele, in denen er sieben Tore erzielte und zehn weitere Vorlagen gab. Seine Auftritte ließen Vereine in ganz Europa aufhorchen, das Rennen machte am Ende der FC Bayern. Dort sucht man verstärkt nach verheißungsvollen Talenten, die in Zukunft den Sprung in den Profibereich schaffen und sich durchsetzen sollen, anstatt ein ums andere Mal zu scheitern.

"Er bringt Tempo mit, hat ein großes Entwicklungspotenzial", sagte Niko Kovac laut ​Bild. Der neue Trainer prophezeiht ihm "eine große Zukunft", ähnlich wie Hasan Salihamidzic: "Er ist ein großes Talent mit großem Potenzial, der super Stärken hat: Speed, Power und Technik. Deswegen versprechen wir uns viel von ihm", wird der Sportdirektor bei Sport1 zitiert. 


Der 17-Jährige sei "ein super Junge und hat einen richtig guten Charakter." Man werde "viel mit ihm arbeiten", vielleicht sogar schon vor dem geplanten Antritt im Januar: "Wir werden versuchen, ihn schon vorher zu uns zu holen, damit er mit uns trainiert und alles kennenlernt."

In München soll er jedenfalls das zeigen, was er bereits in Vancouver unter Beweis stellte: Davies ist schnell, körperlich trotz seiner Größe von 1,78 Metern robust. Er bringt einen guten Antritt mit, ist zudem stark im Dribbling und sucht immer wieder das Eins-gegen-eins, ähnlich wie Franck Ribery. Sein Talent ist klar erkennbar, doch wichtig wird auch sein, dass er es in Deutschland voll ausschöpfen wird.


Salihamidzic leitet den Wandel ein


Die Ausrichtung der Bayern ist durch den neusten Transfer klar erkennbar: Man will weiterhin nicht am Wettbieten um internationale Starspieler teilnehmen, hohe zweistellige oder gar dreistellige Millionen-Transfers scheinen undenkbar. Viel mehr will man ein Problem beseitigen, das man in den vergangenen Jahren hatte: Seit Thomas Müller, Holger Badstuber und David Alaba schaffte es kein Nachwuchstalent aus den eigenen Reihen, sich durchzusetzen. 


Der FC Bayern will sich umstrukturieren, verheißungsvolle Talente nicht nach einigen Jahren verlieren sondern ihnen den Durchbruch ermöglichen. Dafür wurde bereits der komplette Nachwuchsbereich umstrukturiert, angetrieben von Hasan Salihamidzic. Der 41-Jährige arbeitet täglich daran, den Verein auch in Zukunft auf allen Ebenen wettbewerbsfähig zu halten - der Transfer von Alphonso Davies ist ein Sinnbild dessen.