Der brasilianische Fußball-Verband setzt auf Kontinuität und verlängert wie erwartet den Vertrag mit Nationalcoach Tite. Der 57-Jährige soll den Rekordweltmeister über die Copa America im eigenen Land zur WM 2022 in Katar führen.


Als Ronaldo 2002 die deutsche Final-Niederlage mit einem Doppelpack besiegelte, sicherte sich der Rekordweltmeister Brasilien seinen fünften und vorerst letzten WM-Titel. 16 Jahre später waren die Hoffnungen am Zuckerhut auf den sechsten Stern groß. Nach einer am Ende verkorksten Heim-WM sollte Nationalcoach Tite mit seinem wiedererstarkten Team den goldenen Pokal nach Brasilien bringen.


Doch für Neymar und Co. reichte es nur bis zum Viertelfinale. Dann war gegen Belgien Endstation. Die Zukunft von Tite schien dennoch nie ernsthaft in Gefahr. Der 57-Jährige hatte die Selecao 2016 in einer äußerst prekären Lage übernommen, sie souverän nach Russland geführt und vor dem Turnier in 21 Spielen nur eine Niederlage kassiert.

Brazil v Belgium: Quarter Final - 2018 FIFA World Cup Russia

Neymar musste sich mit seinem Team gegen Belgien im WM-Viertelfinale mit 1:2 geschlagen geben


In der Nacht auf Donnerstag gab der brasilianische Verband folgerichtig die Vertragsverlängerung mit dem erfahrenen Übungsleiter bekannt. Der am Monatsende auslaufende Kontrakt wurde bis zum Ende der WM 2022 in Katar verlängert. Tite ist damit der erste Selecao-Coach seit Claudio Coutinho vor 40 Jahren, der trotz eines vorzeitigen Ausscheidens bei einer WM weitermachen darf.

Tite soll seinen Weg fortführen, an dessen Ende WM-Titel Nummer sechs stehen soll. Die nächste große Herausforderung ist aber die Copa America im kommenden Jahr. Im eigenen Land soll der achte kontinentale Titel her. Zuletzt gewann Brasilen 2007 den Pokal - in den vergangenen drei Auflagen wurde der Sprung unter die letzten Vier jeweils verpasst.


"Die Erfahrung aus dem ersten Zyklus hat eine Vertrauensbasis geschaffen, die sich beim nächsten Schritt auszahlen wird", meinte Tite zu seiner Vertragsverlängerung. Noch-Geschäftsführer und wohl Bald-Präsident des brasilianischen Verbandes Rogerio Caboclo gab sich zuversichtlich: "Wir glauben fest, dass eine sorgfältige Planung und eine vernünftige Umsetzung dem brasilianischen Fußball die Resultate einbringt, auf die wir hoffen."

Nun wurden die Weichen wie erwartet gestellt und Tite darf weitermachen. Trotz des großen Zuspruchs muss der routinierte Trainer aber Ergebnisse liefern - nichts anderes ist man in der erfolgsverwöhnten Fußballnation am Zuckerhut gewohnt.