Der brasilianische Innenverteidiger ​Naldo von Schalke 04 hat in einem ausführlichen Fan-Interview unter anderem über seine Nicht-Nominierung für die brasilianische Nationalmannschaft und zur WM gesprochen: Naldo fände es schade, weil er mit seiner Leistung in der letzten Saison "eine Chance verdient gehabt hätte", aber enttäuscht sei er nicht. Nun fokussiert sich der 35-Jährige stattdessen auf seine Rolle als Führungsspieler auf Schalke.


In einem Fan-Interview mit Usern der Plattform ​transfermarkt.de wurde der Brasilianer Naldo gefragt, ob er enttäuscht sei, nachdem der Innenverteidiger trotz herausragender Leistungen bei​ Schalke 04 nicht für die brasilianische Nationalmannschaft berufen wurde und dem 35-Jährigen so die Chance verwehrt blieb, eine Weltmeisterschaft mit Brasilien zu spielen. Naldo selbst ist ebenfalls der Meinung, dass er qualitativ in den WM-Kader gehört hätte: "Ich finde es schade, ja. Unser Nationaltrainer hat immer gesagt, dass man nominiert wird, wenn die Leistung stimmt. Ich denke, dass ich eine Chance verdient gehabt hätte – das ist aber nicht passiert und jetzt ist es auch egal." Es habe in den ganzen letzten Jahren auch keinerlei Kontakt zum brasilianischen Verband gegeben.


Nun will Naldo sich auf Schalke fokussieren und nach vorne blicken: "Ich konzentriere mich auf den Verein. Ich habe ja damals gesagt, dass ich mich über eine Nominierung freuen würde. Das ist nicht passiert und nun geht das Leben weiter. Enttäuscht bin ich nicht." Enttäuschender sei dagegen das Abschneiden Brasiliens und die Leistung seiner Wahlheimat Deutschland bei der WM gewesen: "Das frühe Ausscheiden Deutschlands war nicht nur für mich, sondern für alle Deutschen eine Enttäuschung, würde ich sagen. 2014 hat es mannschaftlich super geklappt. Das wirkte diesmal leider nicht so und das Ausscheiden war verdient", meint Naldo zum historischen Vorrunden-Aus der deutschen Mannschaft. Auch Brasilien habe nicht überzeugt: "Die Enttäuschung in Brasilien ist groß, denn die „Selecao“ muss mindestens im Halbfinale stehen. Genau wie Deutschland, das ist der Anspruch."


Naldo debütierte 2007 mit 24 Jahren für Brasilien, wurde aber 2009 letztmals nominiert und kommt so nur auf insgesamt vier Einsätze für die Selecao. Der Innenverteidiger, der 2005 aus Brasilien zu ​Werder Bremen wechselte und seitdem ununterbrochen in Deutschland lebt, besitzt mittlerweile auch die deutsche Staatsbürgerschaft und blickt deshalb etwas wehmütig auf seine Nationalmannschaftskarriere zurück: "Mein Sohn hat mich schon gefragt, ob ich nicht für Deutschland nominiert werden kann, aber das geht leider nicht mehr. Das wäre kein Problem für mich. Aber ich habe mit Brasilien die Copa América geholt, das ist auch eine schöne Erinnerung." Zur diesjährigen WM nominierte Brasiliens Trainer Tite Thiago Silva und Marquinhos von Paris Saint-Germain, sowie den 33-jährigen Miranda von Inter Mailand und den Ex-​Kölner Pedro Geromel für die Innenverteidigung.

In der letzten Saison gehörte der 35-jährige Naldo zu den besten Verteidigern der Bundesliga und wies unter anderem die ligaweit zweitbeste Zweikampf- und Luftkampfquote hinter seinem künftigen Schalker Verteidigungskollegen Salif Sané auf. Mehr als fünf Bälle pro Spiel konnte Naldo für die Königsblauen aus der Gefahrenzone klären. Nach seiner starken letzten Spielzeit wurde der brasilianische Innenverteidiger deshalb​ in diesem Sommer von den anderen Bundesligaprofis zum besten Spieler der letzten Saison gewählt - erstmals gelang dies mit Naldo einem Verteidiger. Und auch in der kürzlich vom kicker veröffentlichten Rangliste des deutschen Fußballs wurde Naldo als einer von nur acht Bundesliga-Verteidigern als Spieler von "Internationaler Klasse" bewertet.