Beim ​SV Werder Bremen machte Naldo seine ersten Schritte in der Bundesliga und verbrachte insgesamt sieben Jahre an der Weser, ehe der Innenverteidiger über den VfL Wolfsburg vor zwei Jahren beim FC Schalke 04 landete.Im User-Interview des Online-Portals ​transfermarkt.de sprach der mittlerweile 35-Jährige über seine Anfangszeit in Deutschland, wer ihn zu Werder lockte und wie sehr er heute noch mit dem Verein verbunden ist.


Vor fast genau 13 Jahren war der Transfer von Naldo zu Werder Bremen perfekt. Der damals 22 Jahre junge brasilianische Abwehrspieler wechselte vom Zweitligisten Esporte Clube Juventude nach Deutschland und erfüllte sich damit seinen "Traum" von einer Profi-Station in Europa.


Mittlerweile ist der 1,98 Meter große Innenverteidiger im hohen Fußballalter, wird beim FC Schalke allerdings hoch geschätzt und regelmäßig geadelt. Naldo sei der "Klebstoff", der die Mannschaft zusammenhält, wurde Trainer Domenico Tedesco beispielsweise von RevierSport im April zitiert. Seine Stärken sind bekannt: Defensiv ist er bei hohen Bällen wachsam, zudem ein Führungsspieler und noch immer konsequent in den Zweikämpfen. Seine Körpergröße nutzt er auch bei eigenen Standards im Angriff, zudem probiert es gerne mal mit einem Schuss aus der Distanz.

VfL Wolfsburg v SV Werder Bremen - Bundesliga

  Die Initiatoren für den einstigen Naldo-Transfer: Klaus Allofs und Thomas Schaaf (v.l.)



Seine Karriere verdankt er allen voran zwei Personen: Klaus Allofs und Thomas Schaaf. Beide waren damals als Geschäftsführer beziehungsweise Trainer in Bremen tätig, führten den Verein unter anderem zum Doublesieg im Jahr 2004 und formten ihn über Jahre hinweg zu einer der Top-Adressen in Deutschland, ehe vor einigen Jahren der Absturz begann. 


"Klaus Allofs selbst ist damals nach Brasilien gekommen", erinnert sich Naldo zurück. "Er dachte eigentlich, dass es sehr schnell gehen würde, war dann aber rund zwei Wochen dort. Damals sind viele Berater dazwischengekommen, die Geld verdienen wollten. Ich möchte mich bei Klaus Allofs und Thomas Schaaf bedanken, dass sie mich geholt haben. Ich bin nach Deutschland gekommen und war sofort integriert. Es war vorher mein Traum, in Europa und speziell in Deutschland zu spielen. Jetzt freue ich mich, in Deutschland diese Chance bekommen zu haben."

Werder Bremen v Hamburger SV

  Mittlerweile ist von Naldos Haaren kaum noch etwas übrig. Damals ließ er sich jedoch zu der einen oder anderen schrillen Frisur hinreißen.



Anpassungsprobleme habe er in den ersten Monaten kaum gespürt, stattdessen sei er positiv an seine neue Station herangegangen: "Meine Frau ist mitgekommen, sie war im sechsten Monat schwanger und wir haben kaum Deutsch gesprochen. Aber ich bin ein positiver Mensch: Wir haben zusammen gekämpft, wollten es auf jeden Fall gemeinsam schaffen. Wir haben uns damals nur auf meinen Erfolg bei Werder konzentriert und zuhause hat sie mich so gut unterstützt, wie sie konnte."


Lieblingsspieler? "Johan Micoud!"


Während er heutzutage noch mit ehemaligen Mitspielern wie Tim Borowski oder Frank Baumann - der derzeit als Sportchef in Bremen tätig ist und laut Naldo "sehr gute" Arbeit leistet - Kontakt hält, verrät er, wer in seinen Augen der beste Akteur war, mit dem er je zusammengespielt hat: "Johan Micoud! Er ist ein toller Typ und ein Leader auf dem Platz mit richtig großer Qualität. Ich habe ihm damals gesagt, dass er leider zur selben Zeit wie Zinedine Zidane gespielt hat. Er ist auf jeden Fall ein Spieler, den ich nie vergessen werde, auch wenn wir nur ein gemeinsames Jahr hatten. Was er für die Mannschaft geleistet hat, war unglaublich."

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  Johan Micoud spielte von 2002 bis 2006 am Osterdeich, sammelte in dieser Zeit 104 Torbeteiligungen in 169 Pflichtspielen.



Mit Micoud lief er in der Saison 2005/06 für Werder auf, ehe der einstige Offensivkünstler, der mittlerweile als Präsident des AS Cannes tätig ist, zu Girondins Bordeaux zurückkehrte und dort seine Karriere ausklingen ließ. Ob Naldo selbst nach seiner aktiven Zeit nach Bremen zurückkehren wird, ließ er offen. Allerdings ist für ihn klar, wo er in Zukunft leben will - auch, weil er vor fast vier Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt: "Ich möchte gern mit meiner Familie hier in Deutschland bleiben."