Jerome Boateng darf wechseln - und hat dabei Paris St. Germain als sein neues Ziel gewählt. Wie die Bild berichtet, ziehe es den Innenverteidiger des FC Bayern München in die französische Hauptstadt. Von einem Vollzug scheint man allerdings noch weit entfernt, Grund hierfür sind die Regularien des Financial Fair Play.


Mitte Juni befeuerte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des amtierenden Rekordmeisters, erste Gerüchte über einen Wechsel von Jerome Boateng. Der 29-Jährige, der 2011 von Manchester City an die Isar wechselte, ​darf mit anderen Vereinen verhandeln und die Münchner bei einem entsprechenden Angebot verlassen. 


Demnach verlange man mindestens 60 Millionen Euro für Boateng, der in der jüngeren Vergangenheit mit vielen Verletzungen zu kämpfen hatte, jedoch ein beinharter Gegenspieler ist, wenn der Körper mitmacht. Diese Summe könne sich PSG derzeit jedoch nicht leisten, was mit den Transfers von Kylian Mbappe und Neymar zusammenhängt.


Denn den Shootingstar der diesjährigen Weltmeisterschaft in Russland lieh man im vergangenen Sommer für ein Jahr aus, weshalb in dieser Periode die Ablösesumme in Höhe von 180 Millionen Euro an den AS Monaco gezahlt werden muss. Zudem sollen für Neymar, der für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona nach Paris wechselte, weitere Nachzahlungen anstehen. Daher muss erst Spielermaterial verkauft werden, ehe man eine Strafe durch das Financial Fair Play der UEFA fürchten muss. 


Der Zugzwang der Pariser könnte somit dem ​FC Barcelona in die Karten spielen: Die Katalanen sind seit geraumer Zeit an Adrien Rabiot interessiert, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft. Die Verhandlungen stockten zuletzt, ​weshalb man sich nach einer möglichen Alternative umsieht, sollten die Verantwortlichen des französischen Meisters weiterhin zögern. Für den Mittelfeldspieler würde man eine ordentliche Ablösesumme erhalten, die dann einen Boateng-Transfer zu weiten Teilen finanzieren würde.


Rummenigge: Kein Kontakt zu Paris


Denn klar scheint, dass sich der Spieler sowie Trainer Thomas Tuchel bereits einig sind. Informationen der Bild zufolge kam es bereits im Mai zu einem ersten Treffen zwischen beiden, das Interesse scheint daher konkreter als gedacht - und eine gemeinsame Zusammenarbeit in Paris durchaus denkbar. ​Tuchel hielt sich beim Testspiel gegen die Bayern am vergangenen Samstag bedeckt, die Gespräche scheinen jedoch ​fortgeschritten. 

Allerdings nicht zwischen beiden Vereinen: "Es gibt im Moment keinen direkten Kontakt zwischen den beiden Klubs. Aber ich denke, es gibt einen Kontakt zwischen den Beratern, Jerome hat ja zwei", wird Rummenigge bei Sky zitiert, und auch Präsident Uli Hoeneß dementiert Gespräche zwischen den Vereinen: "Wenn es ein konkretes Angebot gäbe, wäre ich unterrichtet. Das ist im Moment nicht der Fall."


Dennoch lässt Rummenigge die Zukunft des Abwehrspielers weiterhin offen: "Jetzt müssen wir mal in Ruhe abwarten, ob man am Ende des Tages eine Basis findet, die zu dem Transfer zusammenkommt." Soll heißen: Wenn Paris St. Germain die geforderte Ablösesumme bieten kann, lassen die Bayern Boateng ziehen. Mit Niklas Süle steht bereits ein Nachfolger in den Startlöchern, zudem erscheint in diesem Fall eine Verpflichtung von Benjamin Pavard weiterhin realistisch.