Im zentralen Mittelfeld gehört Nabil Bentaleb zu einer der Schlüsselfiguren des ​FC Schalke 04, doch der Algerier zeigte sich in der abgelaufenen Spielzeit nicht immer von seiner besten Seite. Seine disziplinarischen Fehltritte zu Beginn des Jahres betrachtet er im Interview mit der WAZ nüchtern, doch der 23-Jährige erklärt auch, was ihn zu der ein oder anderen Aktion verleiten ließ.


Für Nabil Bentaleb wird es das dritte Jahr auf Schalke. Der Mittelfeldspieler wurde vor zwei Jahren erstmals von den Tottenham Hotspur ausgeliehen und im vergangenen Jahr für eine Ablösesumme über 19 Millionen Euro fest verpflichtet. Auch in der dritten Spielzeit soll er einer der zentralen Spieler des Vizemeisters werden, für den das kommende Jahr "sehr wichtig" ist. "Für mich ist es eine gute Bestätigung, für einen Klub wie Schalke zu spielen. Der Verein zeigt, dass er mir vertraut. Ich erkenne hier eine Entwicklung."


In der Zeit unter Markus Weinzierl, aber vor allem dank Domenico Tedesco, habe er sich zu einem besseren Spieler und Menschen entwickelt. "Manchmal hast du im Fußball gute, manchmal hast du schlechte Zeiten. Daraus muss man lernen. Ich versuche, das Maximum aus jeder Situation heraus zu holen und die richtigen Schlüsse zu ziehen", so Bentaleb, der besonders in der letzten Saison negativ auf sich aufmerksam machte.


Verbannungen aus dem Kader sollen der Vergangenheit angehören


So wurde er zu Beginn des Jahres für die Partien gegen Hannover 96, Bayern München und 1899 Hoffenheim nicht in den Kader berufen. ​Lustloses Auftreten im Training sowie ​öffentliche Kritik an Trainer Domenico Tedesco sorgten dafür, dass er sich erst einmal wieder für einen Stammplatz empfehlen musste. Mittlerweile hat sich sein Standing innerhalb der Mannschaft rehabilitiert und ebenso weiß er, dass man das Beste aus solchen Situationen machen muss, wie er bereits preisgab. "Ich bin Fußballer – und natürlich will ich spielen. Aber in erster Linie geht es um die Mannschaft. Wenn ich draußen sitzen sollte, ist es die Entscheidung des Trainers, und ich akzeptiere sie. In solchen Fällen muss man kämpfen."

Schalke 04 Training Session

   Tedesco (l.) und Bentaleb (r.) waren sich in der Vergangenheit nicht immer einig



Gerüchte über damalige Wechselgedanken wies er dabei sofort zurück. Er sei kein Typ, der wegläuft, viel mehr wolle er sich durchsetzen und vor allem lernen - weshalb er besonders Tedesco adelt. Der 32-Jährige sei "ein großartiger Trainer. Alles, was er zu mir sagt und was er mir mit auf den Weg gibt, dient dazu, mich besser zu machen."


Verlieren gehört nicht zu seinem Wortschatz


Zudem kann er auch kritische Stimmen an seiner Person, nach denen er sich zu schnell runterziehen lasse, nicht nachvollziehen: "Ich weiß nicht, woher diese Leute ihre Erkenntnis über mich nehmen. Ich bin ein Kämpfer. Wenn die Mannschaft nach einem Rückstand down ist, versuche ich immer mein Bestes, um das Ruder herumzureißen. Ich stehe auf, fighte, motiviere." 


Er sei kein schlechter Typ, doch er habe einen ganz besonderen Makel: "Ich hasse es, zu verlieren. Wenn ich gegen dich ein Spiel verliere, dann bin ich so besessen, dass ich zurückkomme und das nächste Spiel unbedingt gewinnen will. Das ist meine Mentalität." 

FC Schalke 04 v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

         Über den Platzverweis gegen Gladbach sagt der Algerier: "Ich habe daraus gelernt"



Daher wird Nabil Bentaleb auch in den kommenden Monaten wieder alles dafür geben, dass die Mannschaft sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League erfolgreich ist. Doch dabei weiß er auch, dass es vor allem auf nationaler Ebene schwieriger werden wird - auch wenn er noch immer an die eigene Stärke glaubt: "Jeder jagt den Spitzenreiter oder den Tabellenzweiten. Alle wissen: Wenn sie zu uns in die Veltins-Arena kommen, wird es ein harter Kampf, hier etwas zu holen. Wenn du gegen Schalke spielst, ist es niemals ein einfaches Spiel. Was Mentalität und Qualität angeht, sind wir voll da."