Rote Bullen statt den Königlichen. Julian Nagelsmann hat sich für RB Leipzig als nächsten Schritt in seiner Laufbahn entschieden. Der Hoffenheim-Trainer wechselt im Sommer 2019 an die Seitenlinie von RB - obwohl ihm auch ein Angebot von Real Madrid vor lag. Der 30-Jährige nennt die Gründe, warum er sich gegen den spanischen Weltklub entschieden hat.


​Die Trainer-Karriere von Julian Nagelsmann kennt bislang nur eine Richtung: steil nach oben. Der Hoffenheim-Coach führte die TSG als jüngster Trainer der Bundesliga-Geschichte erst in die Europa League und ein Jahr später in die Königsklasse.


Nun geht der 30-Jährige in seine letzte Saison an der Seitenlinie im Kraichgau. Ab 2019 übernimmt Nagelsmann Liga-Konkurrent RB Leipzig. Es hätten durchaus auch die Königlichen werden können. Doch statt zu Real Madrid zieht es ihn zu den Roten Bullen. Im Interview mit dem Magazin 11Freunde erklärt er warum.


"Ich bin in der komfortablen Lage, dass ich erst 30 bin. Wenn meine Trainerkarriere einigermaßen weiterläuft, bietet sich vielleicht später noch einmal die Gelegenheit, einen Verein in dieser Kategorie zu übernehmen. Auch aus familiären Gründen passte es nicht so gut, ins Ausland zu wechseln.“

Leicht hat er sich die Absage an den Champions-League-Sieger nicht gemacht. "Es ist auch nicht so, dass ich nicht über das Angebot nachgedacht habe. Wer würde wegdrücken, wenn Real Madrid anruft?", so Nagelsmann. "Den FC Universum gibt es nicht und viel größer als Real geht es nicht“, weiß schließlich auch der Noch-TSG-Coach.


Nagelsmann verknüpft Real-Absage mit Gesellschaftskritik


Und dennoch hat er sich gegen das Real-Angebot und die Nachfolge von Zinedine Zidane entschieden. "Als zweite Station dort einen Drei-Jahres-Vertrag zu unterschreiben, wäre also vermutlich nicht zu toppen gewesen. [...] Ich kann den Peak also noch ein bisschen rausschieben“, sagt er zu den Beweggründen. 

Julen Lopetegui Announced As New Real Madrid Manager

Julen Lopetegui (l., neben Präsident Florentino Perez) statt Julian Nagelsmann - der ehemalige Spanien-Coach übernimmt bei Real


In seiner Erklärung führt er weiter aus und sieht das gesellschaftliche Ganze. "Das große Problem unserer Gesellschaft ist der Hang nach Maximierung. Es geht nur noch darum, krasser zu sein als der Nachbar. Das größte Auto, das größte Bankkonto, das größte Haus zu haben. Da will ich nicht dabei sein", versichert er.


Stattdessen, soll die Karriere Schritt für Schritt aufgebaut werden. In Leipzig hat er bei seiner zweiten Profi-Station die Chance dazu. Sollte er auch bei RB weiter so erfolgreich arbeiten, wird das nächste Mega-Angebot nicht lange auf sich warten lassen. Der Schritt zur "Maximierung" wäre die logische Folge.