​Über Jahre hinweg war ​Joachim Löw in seiner Funktion als Bundestrainer einer der größten Förderer von ​M​esut Özil. Die Entscheidung des Spielmachers, aus der Nationalmannschaft auszutreten, kam für den Trainer jedoch genau so überraschend wie für alle anderen Beteiligten.


Das Verhältnis zwischen dem Nationaltrainer und seinem sensiblen Mittelfeldspieler ging während der langjährigen Zusammenarbeit über das klassische Trainer-Spieler-Verhältnis heraus und war von großem, gegenseitigem Respekt geprägt. Umso überraschender mutet daher die Aussage von Löw-Berater Harun Arslan gegenüber der BILD an, in der der 61-Jährige erklärt, dass weder er noch der Bundestrainer von Özils Entscheidung im Vorfeld der ​medienwirksamen Veröffentlichung informiert worden waren.

Insbesondere wenn man weiß, dass Arslan seit Jahresbeginn eine Kooperation mit Özil-Berater Erkut Sögüt unterhält, die dabei helfen soll Transferprojekte zu realisieren, hätte man eigentlich davon ausgehen können, dass Löw im Vorfeld gewarnt wird. Da dies offenbar nicht der Fall war, könnte dies auch auf Risse zwischen der Beziehung des 58-Jährigen und seinem Schützling hindeuten. Dem Bericht zufolge hatte Sögüt den DFB im Vorfeld lediglich informiert, dass am Sonntag mit einer Stellungnahme von Özil zu rechnen sei.


Der Rücktritt des 92-fachen Nationalspielers, der 2014 mit der DFB-Elf den Weltmeistertitel holen konnte, schlug sehr hohe Wellen. Bei seinem Rundumschlag zielte der 29-Jährige vor allem auf die DFB-Spitze um Reinhard Grindel und unterstellte ihm unter anderem rassistische Tendenzen.