​Beim 3:1-Testspielsieg von ​Borussia Dortmund gegen den ​FC Liverpool und Ex-Trainer Jürgen Klopp am gestrigen Sonntag war in Teilen bereits die Handschrift des neuen BVB-Trainers Lucien Favre erkennbar. Vor allem zeigte sich an Dortmunds Spielweise, dass die Borussia unter Favre gewillt ist, mit einem flachen Aufbauspiel und kurzen, schnellen Pässen durch das Mittelfeld zu kombinieren. 


Auf der ​Pressekonferenz nach dem Test gegen Liverpool erklärte Favre, welche Taktik er bei Borussia Dortmund anstrebt und woran man momentan arbeite: "Wir arbeiten am Aufbau, wir spielen viel mit dem Torhüter. Es gibt noch viele Sachen zu lernen und zu tun, denn die Bewegung muss besser sein, von allen Spielern." Außerdem arbeite Favre am Ballbesitzspiel und Gegenpressing im gegnerischen Drittel: "Wir müssen manchmal höher spielen und vorne bleiben, solange wie möglich, und da verlieren wir noch zu viele einfache Bälle."

"Wir haben in der ersten Halbzeit besser gespielt, als in der zweiten - die erste Halbzeit war nicht schlecht", schilderte BVB-Trainer Favre seinen Eindruck von Spiel seiner Mannschaft. Obwohl mit der Einwechslung von US-Nationalspieler Christian Pulisic in der zweiten Halbzeit neuer Schwung in die Partie kam und ​Dortmund diese erst durch zwei späte Tore für sich entschied, gefiel dem Schweizer die Spielanlage seiner Mannschaft vor der Pause besser. Vor allem was den Spielaufbau und das Ballbesitzspiel anginge, sie seine junge Dortmunder Mannschaft aber noch in einem Entwicklungsprozess. 


"Die zweite Halbzeit war sehr schwer - schon im Spielaufbau hatten wir Mühe den Ball bis zur Mittellinie zu transportieren, und Torchancen zu kreieren. Wir hatten viel Mühe den Ball zu halten und wir haben zu langsam gespielt. Manchmal statt einem Kontakt zwei Kontakte, wir haben zu viele Bälle verloren", erläuterte Favre, was ihm an der Spielweise des BVB in der zweiten Halbzeit nicht gefallen habe. Deshalb habe man nach der Pause auch höher zurückliegen können; allerdings habe sich die Mannschaft selbst gefunden und noch die späten Tore zum Sieg erzielt.

Favres Ziel im Training sei dabei, die Spieler individuell zu korrigieren und technisch zu verbessern. Dabei achte er vor allem auf Beidfüßigkeit und Handlungsschnelligkeit. Denn diese Punkte seien wichtig für seine Spielphilosophie und hätten in der schwächeren zweiten Halbzeit gefehlt: "Deshalb haben wir Probleme gehabt in der zweiten Halbzeit den Ball nach vorne zu spielen. Wir haben zu viele Ballverluste gehabt, weil die Pässe unpräzise waren." 


Man wolle sich durch das Pressing des Gegners durch spielen, "und deshalb müssen wir schneller spielen, schneller das Spiel lesen und schneller kombinieren - so wie wir es beim zweiten Tor gemacht haben." Dabei hatte sich Dortmund ausgehend vom flachen Aufbauspiel des Torhüters Marvin Hitz durch die erste Pressinglinie und das Mittelfeld von ​Liverpool kombiniert und Marcel Schmelzer auf der linken Seite frei gespielt, der mit einem flachen Querpass in den Rückraum den zweiten Treffer von Matchwinner Pulisic vorbereitete.