Viele europäische Top-Klubs nutzen sie, in Hoffenheim sitzt man dank Software-Riese SAP an der Quelle und auch in Leipzig wird seit Neustem damit gearbeitet: Live-Tracking im Training, um die Belastungsdaten der Spieler direkt auf einem Tablet angezeigt zu bekommen. Im Spiel ist diese Technik aber noch verboten. In Hoffenheim würde man die generelle Nutzung begrüßen - Julian Nagelsmann würde die Daten auch für mögliche Auswechslungen in Betracht ziehen.


​Bei der ​WM war es erstmals erlaubt und auch in der Bundesliga dürfen die Verantwortlichen auf der Bank ab der neuen Saison mobile Geräte nutzen, um etwa mit einem Scout auf der Tribüne verbunden zu bleiben. Für ​Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann soll das aber nur ein erster Schritt hin zu weiteren technischen Innovationen bleiben.


Der 30-Jährige hatte schon zu Zeiten als U19-Coach im Kraichgau an einem Pilot-Projekt von Sponsor SAP teilgenommen, das ihm Live-Daten seiner Spieler während des Trainings direkt anzeigen konnte. Ein ähnliches System verwendet der Champions-League-Teilnehmer bei allen Einheiten. Nagelsmann kann Daten wie die Herzfrequenz ohne Zeitverzögerung an seinem Tablet nachverfolgen und so die Belastung seiner Spieler genauestens steuern.

Hat ein TSG-Profi seine Belastungsgrenze erreicht, wird er umgehend aus dem Training genommen. "Das Spiel ist sehr anspruchsvoll, psychisch und physisch", erklärte TSG-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich gegenüber der Sportbild. Görlich wünscht sich deshalb eine Umsetzung der Technik auch im Wettkampf - bislang ist das nicht erlaubt. "Es wäre sinnvoll, wenn wir die Technik nutzen könnten. Ich würde es begrüßen, und ich glaube, die Mannschaft würde das auch annehmen", so der Hoffenheimer Geschäftsführer weiter. 


Begrüßen würde das auch Nagelsmann. "Ich hätte kein Problem damit, einen Spieler auszuwechseln, wenn er über seinem Limit spielt. Sonst verletzt er sich womöglich, und ich sehe ihn wochenlang nicht wieder", meinte er zu Sport1 und kündigte er an, die Daten auch bei Spielerwechseln in Betracht zu ziehen. 


Bis es soweit ist, wird der 30-Jährige aber nicht mehr im Kraichgau an der Seitenlinie spielen. Ab dem kommenden Sommer wird Nagelsmann Trainer bei ​RB Leipzig. Dort wird er ebenfalls ​die aktuellste Technik vorfinden. RB arbeitet seit Neustem mit Marktführer 'Statsports' zusammen und erhebt beim Training nun ebenfalls Live-Daten der Spieler.