Pal Dardai steht auf Disziplin und Ordnung. Seine Hertha lässt der Ungar in einer einstudierten Formation agieren. Die Viererkette war unter Dardai in der Vergangenheit wie in Stein gemeißelt. Vor der neuen Saison soll die Dreierkette aber zumindest als "Zusatzsystem" einstudiert werden. Das nötige Personal wäre vorhanden.


Pal Dardai saß bislang in 135 Pflichtspielen auf der Trainerbank von ​Hertha BSC. Eines war dabei (fast) immer gleich: Der 42-jährige Ungar ließ die Herthaner in einer Viererkette verteidigen - entweder im 4-2-3-1- oder im 4-4-2-System. Nur zweimal rückte Dardai bislang von seiner bevorzugten Formation ab. Bei den beiden Auswärtsspielen der Saison 2015/2016 in München und beim BVB agierten die Berliner mit einer Fünferkette.


Die Hertha-Anhänger wünschen sich allerdings mehr taktische Variabilität. Gerade angesichts der ​WM, bei der der Trend mit einer Dreierabwehr vor allem von England und Belgien erfolgreich fortgeführt wurde. Dieser Wunsch scheint bei Dardai Gehör gefunden zu haben. 

"In Schladming, im nächsten Trainingslager, haben wir drei Testspiele. Da werden wir uns als Zusatzsystem defensiv auch mit der Dreierkette beschäftigen. Ob 3-4-3 oder eine klassische Fünferkette mit zwei Stürmern vorne, werden wir sehen. Je nachdem wie die Jungs das umsetzen. Als zusätzliches System werden wir das üben", antwortete Dardai im Gespräch mit dem Klub-TV auf die Frage vieler Hertha-Fans nach einer neuen Formation.

Am Mittwoch reist der Hertha-Tross aus dem ersten Trainingslager in Neuruppin ab, bevor es in gut zwei Wochen nach Österreich geht. Vom 4. bis zum 11. August absolviert die Hertha das zweite Trainingslager in Schladming. Dann will Dardai die Dreierkette als "Zusatzsystem" einführen. ​Das nötige Personal sollte er in seinem Kader vorfinden.


Das sind Dardais personelle Optionen


Mit Karim Rekik und Jordan Torunarigha hat er zwei Innenverteidiger mit einem starken linken Fuß, die auch im Spiel nach vorne ihre Qualitäten haben und so prädestiniert für den linken Teil einer Dreierkette wären. Niklas Stark könnte den zentralen Part übernehmen und so seine Erfahrung im defensiven Mittelfeld ausspielen. Für den U21-Europameister wäre eine Rolle, ähnlich derer von Makoto Hasebe bei Eintracht Frankfurt denkbar. Dort pendelt der Japaner situationsbedingt zwischen Mittelfeld und Abwehrreihe.

Hertha BSC v MSV Duisburg - TEDi-Cup

"Lusti" wäre eine Alternative für die zentrale Position in der Dreierkette


Gleiches gilt für Fabian Lustenberger. Der dienstälteste Hertha-Profi war bei Dardais Versuchen in der Hinrunde 2015 jeweils Teil der Fünferkette. Stark wäre dann auch rechts neben dem Schweizer Routinier eine gute Lösung.


Auf der rechten Seite bliebe Youngster Florian Baak, der sowohl als Innen- als auch als Außenverteidiger eingesetzt werden kann. Eine Option ist mit Sicherheit auch der zuverlässige Peter Pekarik etwas weiter innen. Auf der Außenbahn könnte dann der pfeilschnelle Köln-Neuzugang Lukas Klünter die Seite beackern. 


Bis es aber soweit kommt und Dardai von seinem bevorzugten System abrückt, müssen ihm seine "Jungs" in Schladming zeigen, wie sie das "Zusatzsystem" umsetzen können. Drei Testspiele haben sie dafür Zeit.