In Italien sind nicht alle begeistert über den kostspieligen Wechsel von Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin. Während die Tifosi feiern und eine neue Zeitrechnung ausrufen, ist den Fiat-Mitarbeitern der Deal ein Dorn im Auge. Sie haben zum Streik aufgerufen, weil der Automobilkonzern den CR7-Transfer mitfinanziert.


Der ​Wechsel von Cristiano Ronaldo von Real Madrid zu ​Juventus Turin sorgt nicht nur in der Fußballwelt für Wirbel. Der italienische Rekordmeister lässt sich die Dienste des 33-jährigen Portugiesen einiges kosten: 117 Millionen Euro Ablöse fließen wohl insgesamt nach Madrid, dazu kommt das kolportierte Jahresgehalt von 30 Millionen Euro netto, das Ronaldo einstreichen soll. Über vier Spielzeiten sind das 120 Millionen Euro, zuzüglich Steuern und Abgaben wären das laut italienischen Medien brutto zwischen 240 und knapp 300 Millionen Euro.

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Juve-Präsident und Fiat-Vorstand Andrea Agnelli regelt die Finanzen im CR7-Deal


Bezahlt werden soll der Deal deshalb nicht allein aus der Juve-Kasse. Der Automobilhersteller Fiat beteiligt sich wohl mit 30 Millionen Euro. Möglich macht das der Agnelli-Clan, der sowohl den Klub kontrolliert, als auch der größte Aktionär der Fiat-Chrysler AG ist. Andrea Agnelli als Klubeigner und Fiat-Verwaltungsrat ist die federführende Kraft hinter dem Geschäft mit CR7.


Fiat-Mitarbeiter kündigen Streik an


Demnach soll der fünffache Weltmeister im Gegenzug als Werbefigur für die Autobauer auftreten. Für die italienischen Mitarbeiter des Konzerns ist das aber nur ein schwacher Trost. Sie drohen mit einem Streik. Die Gewerkschaft USB bezeichnete die Kosten des Transfers als "nicht hinnehmbar". 

Eine Protestaktion soll bereits geplant sein und vom Abend des 15. Juli bis zum Morgen des 17. Juli im Fiat-Werk in Melfi in der süditalienischen Provinz Potenza stattfinden. "Jahrelang hatte das Unternehmen von den Arbeitern große finanzielle Opfer verlangt“, erklärte die Gewerkschaft ihren Streik-Aufruf (via Handelsblatt). "Ist das fair? Ist es normal, dass eine einzelne Person Millionen verdient und Tausende von Familien mit ihrem Geld nicht bis Mitte des Monats auskommen?“ Stattdessen werden größere Investitionen in die Autoproduktion gefordert, mehr Arbeitsplätze sollen gesichert werden.

Während der ​CR7-Deal bei den Tifosi Begeisterungsstürme ausgelöst hat, blicken die Fiat-Mitarbeiter eher skeptisch auf die vielen Millionen, die ihre Firma dafür investiert. Es bleibt spannend abzuwarten, wie Agnelli den Frust seiner Mitarbeiter moderieren wird.