In Leipzig will man in Zukunft die Trainingssteuerung noch exakter planen können. Zu diesem Zweck wird ein neues High-Tech-Hilfmittel getestet, dass die Daten der Spieler in Echtzeit erfassen kann. Bei vielen europäischen Top-Klubs ist das schon Standard. Der Bald-RB-Coach Julian Nagelsmann ging in Hoffenheim sogar noch weiter.


Vorsprung durch Technik - Das ist offensichtlich das Motto bei ​RB Leipzig unter dem ​neuen Trainer-Gespann Ralf Rangnick und Jesse Marsch. Die Spieler der Bullen werden ab sofort bei jedem Training genauestens und in Echtzeit überwacht. 


Leipzigs Athletik-Trainer sind mit Tablets ausgestattet, auf denen sie die aktuellen Belastungsdaten der Profis verfolgen können. Angezeigt werden unter anderem die Herzfrequenz, die Laufdistanz und Geschwindigkeit. Die Spieler tragen dazu spezielle Westen mit einem GPS-Sender, der die Daten live misst. Vom Sender werden die Daten dann an zwei Signalstationen gesendet, die am Rande des Trainingsplatzes aufgebaut werden und diese an das Tablet weiterleiten. 

"Wir sehen so auf dem Trainingsplatz sofort, was die Spieler schon geleistet haben und können entscheiden, ob wir noch eine zusätzliche Spielform machen oder eher eine weglassen. Zuletzt waren die Werte exakt so, wie wir sie haben wollten“, freute sich Rangnick gegenüber der ​Bild über das neue Hilfsmittel.


Nicht das einzige, das in Leipzig verwendet wird. Seit Jahren wird jeden Morgen der sogenannte CK-Wert der Spieler durch Blutabnahme gecheckt. Dieser soll den Zustand der Muskulatur anzeigen. Das neue technische Hilfsmittel, mit den Live-Daten der Spieler, kommt von der nordirischen Marktführer-Firma 'Statsports' und soll zunächst auf Mietbasis getestet werden. Unter den europäischen Top-Klubs hat sich das System längst schon etabliert. Juventus Turin, Arsenal, Liverpool, Manchester City, Manchester United und die Tottenham Hotspur gehören zu einer langen Liste der Vereine, die auf die Live-Daten vertrauen.

Merte

Per Mertesacker beim FC Arsenal mit einer GPS-Weste von 'Statsports'


Nagelsmann, der High-Tech-Freak


Die neuen Infos werden wohl auch beim kommenden Trainer Julian Nagelsmann auf offene Arme stoßen. Im Sommer 2019 wird der 30-Jährige von der Trainerbank in Hoffenheim auf die der Bullen wechseln. Technischen Neuerungen steht Nagelsmann offen gegenüber. Schon als Trainer der U19 in Hoffenheim fungierte er mit seinem Team als "Versuchskaninchen". Damals entwickelte der Software-Riese SAP Sensoren für die Schienbeinschoner und den Nacken der Spieler, um die Leistungsdaten und Fitnesswerte analysieren zu können.

TSG 1899 Hoffenheim v Borussia Dortmund - Bundesliga

Julian Nagelsmann vertraut in der Trainingssteuerung auf neuste Technologien


Das ging sogar so weit, dass Nagelsmann eine Datenbrille bekam, mit der er die Werte der Spieler live verfolgen konnte. Allerdings durfte diese Technik ausschließlich im Training verwendet werden. In den Pflichtspielen verbietet die FIFA dieses Hilfsmittel - noch. Denn bei der WM waren erstmal Kontakt zwischen Tribüne und Trainerbank per Headset erlaubt. Diese Verbindung darf auch in der kommenden Saison in der Bundesliga eingesetzt werden.


Der nächste Schritt, hin zum "gläsernen Spieler", dessen Daten jederzeit live verfügbar sind, scheint nur eine Frage der Zeit. Ob Fußball dann zu einer "Datenschlacht" verkommt, bleibt aber dahingestellt. Am Ende entscheiden immer noch die Spieler auf dem Platz.