​Anfang Juli nahm Niko Kovac seine Arbeit als neuer Cheftrainer des ​FC Bayern München auf. Bei ​seinen ersten Trainingseinheiten musste der 46-Jährige auf viele WM-Fahrer verzichten. Knapp ein Dutzend Profis sowie einige Nachwuchsspieler standen dem FCB-Coach in den letzten Tagen zur Verfügung. In Sachen Jugendarbeit hat der Ex-Profi eine ganz eigene Meinung.


Während seiner noch recht jungen Trainerkarriere konnte Kovac auch Erfahrungen im Jugendbereich sammeln. Der 46-Jährige betreute nach seiner aktiven Laufbahn zunächst die Red Bull Salzburg Juniors und im Jahr 2013 die kroatische U21-Nationalmannschaft. Bei der Jugendarbeit in Deutschland sieht der ehemalige Bayern-Profi Handlungsbedarf. "Es sollte in der Nachwuchsarbeit wieder mehr darauf geachtet werden, dass man im Fußball nicht nur Handwerker und Facharbeiter braucht, sondern auch Künstler", schrieb der Bayern-Coach in seiner Kolumne für die Frankfurter Allgemeine Zeitung

"In Deutschland fehlen schlichtweg die großen Individualisten, die enge Spielsituationen überraschend lösen können oder beim Konter den Gegner einfach mal stehen lassen", führte der gebürtige Berliner weiter aus. Klassische Straßenfußballer wie in Südamerika oder im Mittelmeerraum, "die Spaß daran hätten, einen Gegner zu veräppeln oder für die Galerie zu spielen", seien hierzulande nur noch selten zu finden. "In Deutschland wird so etwas zu oft aberzogen", erklärte Kovac. 


Der Ex-Profi vertritt die Meinung, dass einem Großteil der deutschen Trainer diese DNA fehlen würde. "Ich kann aber nur weitergeben, was ich in mir trage. Ob Liebe oder Geld oder die Leidenschaft für Dribblings und Kunststücke am Ball", so Kovac. Daher sei es wichtig, "Trainer zu finden, die in der Lage sind, Kindern und Jugendlichen die entsprechenden Übungen vorzumachen", erklärte der Münchner Übungsleiter. "Deshalb wäre es gut, dieses Fachwissen zu importieren."