Nach zwei sportlich miserablen Jahren plant der VfL Wolfsburg einen Neustart. Die alten Probleme sind gut sechs Wochen vor dem Bundesliga-Start aber längst noch nicht alle behoben. Die Position hinten links bleibt weiter eine Problemzone, ein Neuzugang konnte bislang noch nicht verpflichtet werden. Deshalb testet VfL-Coach Bruno Labbdadia derzeit eine interne Alternative.


Der ​VfL Wolfsburg ist in Person des neuen Sportchefs Jörg Schmadtke auf der Suche nach einer Verstärkung für die linke Defensivseite. Der Ex-Leipziger Bernardo wurde lange Zeit gehandelt, entschloss sich aber für einen Wechsel nach England zu Brighton & Hove Albion. Juan Bernat vom FC Bayern soll ebenfalls ein Kandidat sein.


Ungeachtet dessen, testet Trainer Bruno Labbadia eine interne Lösung. Felix Uduokhai ist eigentlich im Hauptberuf Innenverteidiger, agiert derzeit aber auf der ungewohnten linken Abwehrseite der Wölfe. So wie schon in der Relegation gegen Holstein Kiel. "Da hat er es sehr gut gemacht“, meinte der VfL-Coach gegenüber Sportbuzzer nach einem 7:0-Sieg (2:0) im Testspiel gegen Fünftligist KSV Baunatal.

Holstein Kiel v VfL Wolfsburg - Bundesliga Playoff Leg 2

Bei Wolfsburgs Last-Minute-Rettung in Kiel machte Uduokhai die linke Seite zu


Uduokhai kam im vergangenen Sommer von 1860 München in die Autostadt und sollte langsam an die erste Liga herangeführt werden. Seine Entwicklung verlief deutlich schneller als gedacht: Der 20-Jährige legte eine starke Hinrunde hin. Im zweiten Halbjahr wurde er allerdings lange Zeit von einer Knieverletzung gestoppt. 


Uduokhai profitierte zu seinem Start bei den Wölfen von den vielen verletzten Innenverteidigern. Derzeit sind bis auf Marcel Tisserand (Sehnenriss) aber alle fit. Heißt, mit John Anthony Brooks, Jeffrey Bruma, Robin Knoche und Youngster Paul Jaeckel streitet er sich mit vier weiteren Kandidaten um die beiden Plätze in der Zentrale. Auf der linken Abwehrseite dagegen stehen mit Yannick Gerhardt und Gian-Luca Itter zwei Spieler zur Verfügung, von denen Labbadia nicht restlos überzeugt zu scheint. Gerhardt ist für ihn wohl eher ein Kandidat für eine Position weiter vorne, das fraglos große Talent Itter noch zu inkonstant.


Uduokhai soll in der Vorbereitung Erfahrung sammeln


So könnte Uduokhai zum "VfL-Notfallplan" werden. "Felix ist ein Thema für die Linksverteidigerposition“, bekräftigte Labbadia und meinte, er werde ihn in der Vorbereitung weiter dort ausprobieren. "Wenn wir es in der Vorbereitung nicht machen, wann dann?“ Im Ernstfall werde es immer wieder mal Situationen geben, "wo wir improvisieren müssen.“

Der "Fremdgänger" selbst sah den Positionswechsel gelassen. Die neue Rolle sei zwar "etwas ungewohnt - aber ich komme ganz gut zurecht", so Uduokhai. "Ich spiele jetzt schon seit Jahren als Innenverteidiger, und das ist auch meine Lieblingsposition“, betonte er aber auch. Als Außenverteidiger müsse er nun "mehr nach vorn machen". 


Darüber, auf welcher Position er am Ende landet und ob er noch weitere Konkurrenz bekommt, will Uduokhai keine Gedanken verschwenden. "Wie der Trainer das sieht, wer wann wo spielt - da mache ich mir keinen großen Kopf. Es ist nicht meine Rolle, da reinzureden.“