England's defender Harry Maguire (front C) reacts along with teammates at the end of the Russia 2018 World Cup semi-final football match between Croatia and England at the Luzhniki Stadium in Moscow on July 11, 2018. (Photo by Kirill KUDRYAVTSEV / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - NO MOBILE PUSH ALERTS/DOWNLOADS        (Photo credit should read KIRILL KUDRYAVTSEV/AFP/Getty Images)

Nach Kroatien-Pleite: Fünf Erkenntnisse zu Englands WM-Abenteuer

Englands Titelträume sind nach dem Ausscheiden gegen Kroatien im Halbfinale der WM beendet. Die Mannschaft und der Trainer können allerdings erhobenen Hauptes nach Hause fahren und sich dort auf eine Fußballnation freuen, die endlich wieder träumen kann und voller Optimismus in die Zukunft blicken darf. 


Wir stellen euch fünf Erkenntnisse zu Englands WM-Abenteuer vor:

1. Eine Einheit auf dem Platz

Fußball ist ein Teamsport und nur Mannschaften, die als Einheit auftreten, können große Erfolge feiern. Bei den Engländern war bei dieser WM ein neues Einheitsgefühl zu sehen und das wurde mit jedem Spiel größer. Die Spieler verdienen ihr Geld bei konkurrierenden Vereinen Englands, wie dem FC Liverpool, FC Everton, Manchester City, Manchester United, FC Chelsea oder Tottenham. Dennoch traten sie als Einheit auf, unterstützten sich gegenseitig und arbeiteten auf dem Platz füreinander. Diesbezüglich haben die 'Three Lions' eine gute Basis für die nächsten Jahre.

2. Jung, talentiert und ein wenig naiv

Eines ist sicher: England hat eine junge und talentierte Truppe. Die englischen Vereine investieren ihre hohen Einnahmen nicht nur in teure Transfers, es wird auch viel Geld in die Nachwuchsarbeit gesteckt und der Standard in der Ausbildung eines jungen Kickers wächst stetig. Nach vielen mageren Jahren ernten die Engländer nun, was sie gesät haben und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Nationalmannschaft ist jung, talentiert, technisch begabt und taktisch geschult. 


Festzuhalten ist jedoch, dass die meisten Spieler im Kader kaum Erfahrung in großen Turnieren haben und eine gewisse Naivität durchaus zu erkennen war. Die Mannschaft hätte ein Ausscheiden vermeiden können, wenn sie den mental starken Gegner nicht unterschätzt hätte und vor allem ihre Überlegenheit im ersten Durchgang ausgenutzt hätte. Die Chance, den Sack zuzumachen, war da, England hat sie aber nicht genutzt.

3. Don't Look Back In Anger

Diese Szenen nach dem Spiel beschreiben folgende Erkenntnis perfekt. Nach Abpfiff des Spiels blieben die englischen Fans auf den Rängen, sangen geschlossen die Kult-Hymne der Band Oasis und zeigten, wie stolz England auf seine Spieler ist. Während sich viele Fans nach dem EM-Debakel von der Mannschaft abwandten, haben die Auftritte der 'Three Lions' das Volk und die Mannschaft wieder vereint und England stolz gemacht. 


Der Fußball hat so viel Macht und kann natürlich für Ärger und Frust, aber vor allem für ein Einheitsgefühl und Freude sorgen. Die englischen Fans mögen zwar enttäuscht über das Ausscheiden sein, werden aber voller Optimismus in die Zukunft blicken, um ihre Mannschaft in Zukunft lautstark zu unterstützen.

4. Harte Arbeit macht sich bezahlt

Gareth Southgate arbeitet sehr akribisch und verlangt seinen Spielern viel ab. Er hat den Spielern wieder deutlich gemacht, wie wichtig die basalen Dinge im Fußball sind und dass Erfolg auch nur durch harte Arbeit und viel Training möglich ist. Southgate hat seinem Team erfolgreich vermittelt, dass die Grundlagen stimmen müssen, welche Aspekte des Spiels entscheidend sein können und wichtig Taktik und Defensivarbeit sind. Seine Jungs haben die gestellten Aufgaben meist erfüllt und beispielsweise den Fokus auf Standards verinnerlicht. Ganze neun von zwölf Turniertore haben sie durch ruhende Bälle erzielt. 

5. Trainer und Mannschaft harmonieren

Wie wichtig die Harmonie zwischen Trainer und Mannschaft ist, konnte man bei dieser WM gut erkennen. Argentiniens Jorge Sampaoli hat die Kontrolle über seine Mannschaft verloren und im Prinzip hat Lionel Messi das Sagen über die Mannschaft gehabt. Bei England ist das anders. Gareth Southgate ist talentiert und ehrgeizig, engagiert, aber auch bescheiden, höflich, respektvoll und wortgewandt. Das kommt nicht nur beim englischen Volk gut an, sondern auch bei der Mannschaft und dies war deutlich spürbar. 


Southgate hat vor allem eine Atmosphäre, eine Dynamik geschaffen, die seine Spieler beflügelt hat. Der Übungsleiter schaut aber auch über den Tellerrand hinaus und bedient sich bei anderen Sportarten. Die technischen Details unterscheiden sich von Sport zu Sport, aber Führungsqualitäten, Team-Building und der Umgang mit den Medien sind in jedem Sport zu finden und eine Symbiose mehrerer Sportarten hat demnach auch gefruchtet.