Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Niko bildet Robert Kovac seit elf Tagen das neue Trainer-Duo beim FC Bayern. Der ehemalige Bayern-Spieler hat nun über seine Rückkehr an die Säbener Straße gesprochen, was bei den ersten Traingseinheiten auf dem Programm stand und wie innig sein Verhältnis zu Niko ist.


​Am Mittwoch waren sie genau zehn Tage am Werk. Die Brüder Niko und Robert Kovac bilden das neue Trainergespann beim ​FC Bayern. Ein Duo mit Stallgeruch. Chefcoach Niko trug als Spieler zwischen 2001 und 2003 zwei Jahre das Bayern-Trikot, sein jüngerer Bruder und Assistent Robert war vier Jahre für den Rekordmeister aktiv (2001-2005).


"Wenn ich ehrlich bin, ich habe es mir nicht vorstellen können, zurückzukehren", verriet Robert Kovac im Gespräch mit dem klubeigenen TV-Sender. "Die Zeit damals war wunderschön. Eine sowohl privat als auch sportlich erfolgreiche Zeit", sagte Kovac. Der 44-Jährige holte zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder 2003 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Zwei Jahre später konnte er den doppelten Titelgewinn wiederholen - dieses Mal aber ohne Niko.

Nun sind beide wieder zurück an der Säbener Straße. "Ich bin sehr glücklich, dass wir hier arbeiten dürfen", versicherte Kovac. "In erster Linie wollten wir die Spieler und den Staff kennenlernen, alles drumherum. Der Verein ist ja auch größer geworden. Alles ist neu", so Kovac über die ersten Schritte.


"Auf dem Platz haben wir technisch-taktisch und im Ausdauerbereich gearbeitet. Das was man eben in den ersten Wochen so macht", erklärte er weiter. Das Trainer-Brüder-Paar hat ​in den ersten zehn Tagen richtig losgelegt und versucht, gleich zu Beginn die eigenen Vorstellungen zu vermitteln. "Wir wollen die Zeit nutzen und den Spielern viele Sachen mitgeben. Bisher passt es ganz gut", berichtete Robert Kovac.

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Chefcoach Robert Kovac (r.) gibt Rafinha (l.) Anweisungen


Uneingeschränkt ist das aber noch nicht möglich. Die vielen ​WM-Fahrer weilen noch im Urlaub. "Es ist eine Umstellung, dass so viele noch fehlen. Wir haben aktuell nur acht Profis auf dem Trainingsplatz und viele junge Spieler, die wir versuchen zu integrieren und weiterzuentwickeln. ​Wenn die anderen da sind, wollen wir die taktischen Dinge auch mit ihnen durchspielen."


Niko und Robert: Ein enges Vertrauensverhältnis


Gefragt wurde der jüngere Kovac auch zu seinem Verhältnis zu seinem älteren Bruder. Für Robert hat es "viele Vorteile" mit ihm so eng zusammenzuarbeiten. "Wir kennen uns sehr gut. Wir denken ähnlich im Fußball und diskutieren viel. Wir versuchen, alles gemeinsam zu machen", so Kovac und betonte: "Am Ende hat mein Bruder als Cheftrainer aber das letzte Wort."

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Am Donnerstagvormittag beim Training gab allerdings Robert die Kommandos allein. Trainer-Boss Niko fehlte wegen einer leichten Magen-Verstimmung, berichtet die Bild

Niko Kovac wird aber bald wieder gemeinsam mit Robert auf dem Platz stehen - und die beiden in gewohnter Manier Hand in Hand arbeiten. Probleme im Innenverhältnis der beiden gibt es ohnehin kaum mehr. "Wir sind älter und reifer", erklärte Robert. "Je älter wir sind, desto besser ist unsere Beziehung geworden. Ich bin einfach nur froh, dass ich so einen Bruder habe."