Bei Eintracht Frankfurt ließ Niko Kovac seine Mannschaft in vielen unterschiedlichen Systemen auflaufen - diese Philosophie scheint er auch bei seinem neuen Verein einführen zu wollen. Wie die Bild berichtet, plant der Neu-Trainer des FC Bayern einige Umstellungen, um noch unberechenbarer zu werden.


Das System der Münchner war in den vergangenen Jahren überwiegend einheitlich: Die Wahl fiel oft zwischen einem 4-2-3-1, dem unter Pep Guardiola eingeführten 4-1-4-1 oder ein 4-3-3, das sowohl Carlo Ancelotti als auch Jupp Heynckes in der jüngeren Vergangenheit immer wieder wählten.


Dass sich Niko Kovac nun in die Riege derer, die meist nur auf ein System vertrauen, einreiht, gilt als unwahrscheinlich. Der 46-Jährige stellte in Frankfurt Variabilität in den Vordergrund, um auf viele Situationen reagieren zu können. So kannte man die Eintracht zuletzt in einem 5-4-1 oder einem 3-5-2, selten aber bediente sich Kovac an einem 4-2-3-1 oder 4-4-2. 


Der Überraschungserfolg im DFB-Pokalfinale gelang durch eine 4-3-3 Variante, mit der die Bayern wohl kaum rechneten. Ähnlich wolle er nun auch in München vorgehen, da seine Devise laute: Wenn man auf dem Transfermarkt zurückhaltend agiere, müsse man die Gegner mit Hilfe unterschiedlicher Systeme überraschen.

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Die Umstellung auf eine Dreierkette sei dabei das "wichtigste Projekt" des neuen Übungsleiters, der offenbar einen großen Reiz darin sehe, das Spiel des Rekordmeisters umzukrempeln. Doch allzu neu ist diese Variante nicht. Bereits in seiner letzten Saison probierte Guardiola eine andere Formation aus, wählte mehrere Male ein 3-4-3 oder 3-5-2. 


Auf Ablehnung scheint diese Idee keineswegs zu stoßen: "Diese Option zu haben, finde ich hervorragend. Denn so können wir auf verschiedene Situationen im Spiel, auf Probleme, gut reagieren", sagte beispielsweise Mats Hummels. Auch Niklas Süle zeigte sich von der Dreierkette durchaus angetan: "Es ist nicht schlecht, wenn man zwei, drei unterschiedliche Systeme spielen kann. Das hat man vergangene Saison gesehen, als uns dann die Spieler auf den Außenpositionen etwas weggebrochen sind."


Schon bei seiner offiziellen Vorstellung sprach Kovac davon, die Mannschaft weiter verbessern zu wollen. Dazu gehört auch die taktische Finesse, die er in den kommenden Wochen einarbeiten will, um am Ende den größtmöglichen Erfolg zu feiern.