Marius Wolf gehörte zu den absoluten Shootingstars der abgelaufenen Bundesligasaison und wagte nach einem überaus erfolgreichen Jahr bei Eintracht Frankfurt prompt den Schritt zu ​Borussia Dortmund. Bei seinem neuen Arbeitgeber will er an seine Leistungen aus dem Vorjahr anknüpfen und hofft vor allem, keine Abstriche in puncto Spielpraxis machen zu müssen.


Die Saison 2017/18 nahm für Wolf eine Entwicklung, die er sich so vermutlich kaum vorgestellt hat. Der 23-Jährige, der leihweise für die Frankfurter Eintracht auflief, eroberte sich im September vergangenen Jahres einen Stammplatz und überzeugte vor allem auf der rechten Außenbahn. Der Offensivdrang war genauso unverkennbar wie sein Tempo und den Siegeswillen, die die Mannschaft unter Niko Kovac entwickelte. 


Nach 34 Pflichtspielen standen sechs Tore und elf Vorlagen auf seinem Konto, zudem feierte er im Mai den DFB-Pokalsieg mit seinen Mannschaftskollegen. Eigentlich lag seine Zukunft in Frankfurt, nachdem die Verantwortlichen die Kaufoption in Höhe von 500.000 Euro zogen, ​doch nur wenige Monate später wurde er als Sommerneuzugang bei Borussia Dortmund vorgestellt.

Borussia Dortmund Training Session

Seit Ende Mai hatte Marius Wolf nur noch seinen neuen Verein im Kopf: "Als ich in Dortmund unterschrieben hatte, war die Vorfreude sofort riesig."



Die Verantwortlichen des BVB machten dabei Gebrauch von der vertraglich festgeschriebenen Ausstiegsklausel, die bei fünf Millionen Euro lag, und nahmen den variablen Angreifer bis 2023 unter Vertrag. Der erste Eindruck seiner neuen Heimat sei "positiv", wie Wolf im Interview mit dem ​kicker erzählt. "Ich bin von der Mannschaft gut aufgenommen worden. Das erste Training war auch gut, man konnte schon Ansätze erkennen. So darf es weitergehen."


Den Sprung vom Überraschungs-Pokalsieger zu einem Spitzenverein wie der Dortmunder Borussia habe er nicht erwartet, wie er preisgibt: "Ich habe hart an mir gearbeitet in Frankfurt, mir wurde dort auch sehr geholfen. Dennoch hätte ich nicht gedacht, dass es zum BVB geht für mich." Doch dieses Beispiel zeige, dass man mit dem nötigen Aufwand alles erreichen könne.


Ein Platz auf der Bank? Nein, danke


Nun will er auch den nächsten Schritt machen und sich gegen die Konkurrenz, die unter anderem aus Christian Pulisic, Marco Reus oder Maximilian Philipp besteht, durchsetzen: "Ich bin hergekommen, um zu spielen. Dafür gebe ich im Training alles. Ich will mich beim Trainer anbieten, damit ich dann auch spiele." Dabei hat er bereits verinnerlicht, dass nun ein größerer Druck herrscht als noch in Frankfurt -  besonders im Bezug auf die mannschaftliche Gesamtleistung: "Wir erwarten alle, dass wir es besser machen als in der vergangenen Saison - auch wenn ich da noch nicht zum Klub gehörte. Jeder hier spricht davon. Es ist unser Ziel, wieder ganz oben dabei zu sein. Dafür arbeiten wir."


Erste Tipps vom Ex-Kapitän


Von den hohen Erwartungen will er sich jedoch nicht unterkriegen lassen, viel mehr wolle er "ankommen und mich eingewöhnen", um der Mannschaft zu helfen. Erste Tipps hat er dabei bereits von Marcel Schmelzer erhalten, der sich bestens mit dem emotionalen Umfeld in Dortmund auskennt: "Er hat mir schon einiges erzählt über den BVB. Und er hat mir angeboten, dass er mir hilft, wenn ich etwas brauche." Beide absolvierten gemeinsam mit dem vereinslosen Max Meyer ein privates Trainingslager auf der griechischen Insel Mykonos, um sich bei bestem Wetter fit zu halten.

FSV Zwickau v Borussia Dortmund - Friendly Match

   Rein von der Leistung her hat Marcel Schmelzer in Dortmund einen schwierigen Stand - doch aufgrund seiner Erfahrung steht er den Neuzugängen zur Seite.



Mit einer gewissen Grundfitness zu starten sei wichtig, so habe er es bereits in den vergangenen Jahren gehandhabt. Diese Haltung hat sich spätestens im letzten Jahr ausgezahlt, als er sich in Frankfurt einen Namen machen und sich für einen Verein wie Borussia Dortmund empfehlen konnte. Mit gerade einmal 23 Jahren hat Marius Wolf noch viel Potenzial nach oben und kann, wenn er weiter an sich arbeitet, in Zukunft eine feste Säule beim BVB werden.