​Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia befindet sich momentan mit dem VfL in der Vorbereitung und lässt dabei auch taktische Varianten trainieren, um tief stehende, kompakte Abwehrformationen zu überwinden. Labbadia will dabei vor allem auf Flexibilität und Systeme mit zwei Mittelstürmern setzen.


Im Rahmen des Trainingslagers des VfL Wolfsburg sprach Trainer Labbadia über die taktischen Pläne für die neue Saison. Laut ​Sportbuzzer wolle man dabei gegen tief stehende Mannschaften möglicherweise auch auf Formationen mit zwei Mittelstürmern zurückgreifen, "wenn es einen Türöffner braucht." Außerdem will man vermehrt Standards einüben lassen und den offensiven Mittelfeldspielern mehr Freiheiten in der Bewegung nach vorne geben.

Denn mittlerweile sei es nicht mehr so, dass Gegner nur tief und kompakt stehen, wenn sie spielerisch klar unterlegen sind, sondern auch als taktisches Mittel gleichwertiger Mannschaften, um Räume im Gegenstoß zu bekommen. Dieser Trend bestätigt sich auch bei der aktuellen WM. Labadia meint dazu: "Es ist einfach schwierig, wenn alle Spieler fast am Sechzehner stehen. Gut stehende Abwehrreihen können mittlerweile gegen Einzelkönner bestehen." Es sei deshalb "die höchste Kunst" gegen solche Spielweisen Lösungen zu finden. Dabei zeige die WM auch, wie wichtig Standards als Mittel sind, eigene Gelegenheiten effektiv zu nutzen. 


Die taktische Grundordnung der Wölfe solle zur neuen Saison vorerst dieselbe bleiben, wie bereits zum Ende der Saison unter Labbadia. Man wolle weiter in einem 4-3-3 spielen. "Wir haben das System erst mal wieder aufgenommen, weil man gemerkt hat, dass die Mannschaft sich darin wohl gefühlt hat", erläutert Labbadia diese Entscheidung. Als Ziel hat man sich aber gesetzt, die taktische Flexibilität zu erhöhen. Durch ein Aufrücken der zentralen Mittelfeldspieler im Ballbesitz und ein Absinken der offensiven Außen gegen den Ball würde daraus schnell ein kompakteres 4-1-4-1.

Außerdem wolle man nach den Verpflichtungen der Stürmer Wout Weghorst und Daniel Ginczek vermehrt auch auf Systeme mit zwei Mittelstürmern setzen. Das könne ein entscheidendes Mittel gegen kompakte Defensiven sein: "Wir haben mit Ginczek und Weghorst zwei Stürmer, mit denen wir die Möglichkeit haben, im 4-4-2 zu spielen oder im 3-5-2. Es ist schon wichtig, dass wir im Spiel reagieren können, wenn es einen Türöffner braucht", so Labbadia. 


Defensiv sei der Trainer grundsätzlich "ein Freund der Viererkette". Aber aufgrund der Breite in der Innenverteidigung könnte auch eine Dreierkette in Wolfsburg zum Thema werden. Mit John Anthony Brooks, Felix Uduokhai, Marcel Tisserand, Jeffrey Bruma und Robin Knoche stehen einige Bundesliga-erfahrene Innenverteidiger zur Verfügung. Auch in der Defensive gelte dabei, möglichst flexibel zu sein.