​Nach der schwachen Weltmeisterschaft in Russland und dem damit verbundenen Aus in der Gruppenphase tritt Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Nationalmannschaft, nicht zurück. Das gab er in einem Interview mit dem ZDF bekannt. 


Der 50-Jährige möchte das Schiff, das ein Leck geschlagen hat, nicht verlassen, sondern gemeinsam mit Bundestrainer Joachim Löw neu aufbauen. "Man kann sich nicht vom Acker machen, wenn es einmal schlecht läuft. Wir stehen da in der Verantwortung und müssen die Kritik annehmen", erklärte Bierhoff. Und sagte weiter: "Wir sind davon überzeugt, dass wir es schaffen können."


Özil-Wirbel am Freitag


Mit dieser Aussage ist wohl gemeint, dass die Verantwortlichen "Die Mannschaft" zurück zu Titeln führen wollen. Die nächste Chance ist die Europameisterschaft 2020, die in zwölf europäischen Städten ausgetragen wird. Ob es dann zum Coup reicht, bleibt abzuwarten. 


Ebenfalls unsicher erscheint die Teilnahme von Mesut Özil. Der Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft wurde zuletzt sehr hart von Fans und Experten kritisiert. Der Grund ist ein Bild mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Am Freitagmorgen war dann in der WELT ein Interview mit Bierhoff zu lesen, der Özils Zukunft in der Nationalmannschaft anzweifelte. 

Germany Arrives From The 2018 FIFA World Cup Russia

Da war noch alles "gut": Mesut Özil (2. v. l) und Torwart-Trainer Andreas Köpke (rechts)



Bierhoff sagte in dem Interview in der Print-Ausgabe des Blattes des Axel-Springer-Verlages"Wir haben Spieler bei der deutschen Nationalmannschaft bislang noch nie zu etwas gezwungen, sondern immer versucht, sie für eine Sache zu überzeugen. Das ist uns bei Mesut nicht gelungen. Und insofern hätte man überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet." Viele Experten, Fans und Journalisten verstanden diese Aussage so, dass er Özil nach der Erdogan-Geschichte nur ungerne im Kader hatte. 


"Erstmal tut es mir leid. Ich habe mich falsch ausgedrückt", so Bierhoff beim ZDF. Er habe es so gemeint, dass man Özil nur aus sportlichen Gründen streichen würde und nicht wegen eines Fotos mit Erdogan. Das Verhältnis scheint dennoch zerrissen und für den DFB bedarf es einiges an Zeit für den Neuaufbau.