Julian Brandts Auftritte bei der Weltmeisterschaft waren kurz, doch der Offensivspieler von Bayer Leverkusen war während seinen insgesamt 19 Einsatzminuten immer wieder für eine gefährliche Aktion gut. Gegenüber dem kicker äußerte sich nun Heiko Herrlich zu der Leistung seines Schützlings, dem er vor allem mehr Spielzeit gewünscht hätte.


Mit 19 Torbeteiligungen in 39 Einsätzen machte Julian Brandt in der abgelaufenen Saison auf sich aufmerksam. Der 22-Jährige, der im Mai 2016 erstmals von Joachim Löw in die Nationalmannschaft berufen wurde, schaffte es daher auch in den vorläufigen WM-Kader und sicherte sich im Trainingslager von Eppan einen Platz im endgültigen Aufgebot. Gegen Mexiko, Schweden und Südkorea kam er allerdings nur zu drei Kurzeinsätzen, in denen er jedoch aufblitzen ließ, dass er in Zukunft ein wichtiger Faktor werden kann - wie schon in Leverkusen.

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  Zwei Mal traf Julian Brandt (2. v.r.) nach seiner Einwechslung den Pfosten, wie hier in der Partie gegen Schweden



"Es war wichtig, dass er mitgenommen wurde, weil er in den Kurzeinsätzen immer - im wahrsten Sinne des Wortes - brandgefährlich war", freute sich Herrlich über die Leistungen Brandts, der in seinen Augen mehr Einsatzminuten verdient gehabt hätte: "Ich hatte eigentlich eher gedacht, dass er nach dem ersten oder spätestens nach dem zweiten Spiel eine Chance von Beginn an bekommt." Als Kritik an den Bundestrainer soll diese Aussage jedoch nicht verstanden werden: "Ich stecke da nicht drin und bin da auch nur Fan und ein bisschen gefärbt, weil er ein Spieler von uns ist." Dennoch lautet sein Fazit: "Ich finde, er hat seine Sache wirklich sehr gut gemacht." 


Herrlich belohnt Brandt mit verlängertem Urlaub


Brandt könne dementsprechend "für sich sehr zufrieden sein", doch auch er sei über das vorzeitige Ausscheiden "sehr enttäuscht. Die Gesamtsituation hat ihn auch belastet." Es spreche für den "guten Charakter" des gebürtigen Bremers, dass bei ihm trotz seiner guten Leistungen die Enttäuschung überwiege. Dadurch, so Herrlich, erkenne man, dass sich Brandt als "Teil der Mannschaft" sehe.

Bayer 04 Leverkusen v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

  Nun soll sich der 22-Jährige erholen und den Schwung von der WM mitnehmen, damit er in Leverkusen wieder voll angreifen kann



Der Urlaub für die abgestellten Nationalspieler ist in der Regel auf drei Wochen angesetzt, doch der 46-Jährige gewährte seinem Schützling eine Woche mehr, obwohl dieser nur nach einer halben Extra-Woche fragte: "Das ist für ihn auch vom Kopf her eine Belastung. Deshalb haben wir ihm noch ein bisschen mehr Urlaub gegeben als von ihm gewünscht." Dadurch erhofft sich Herrlich, dass er "wieder hungrig und motiviert zurückkommt. Das wird auf jeden Fall so sein."


Denn die Qualitäten eines Spielers wie Julian Brandt wird Bayer in der kommenden Saison, in der man in der Europa League antreten wird und zudem die Champions-League-Plätze anpeilt, benötigen. In der vergangenen Spielzeit bewies er ein ums andere Mal, dass er den Unterschied ausmachen kann. Daran soll er auch in Zukunft weiter anknüpfen.