Am Ende war Eintracht Frankfurt für Kevin-Boateng nur ein kurzes Intermezzo. Das Jahr bei der SGE hat den 31-Jährigen aber geprägt: Der einstige Bad Boy hat einen Imagewandel vollzogen und erlebte mit dem Pokalsieg in seiner Heimatstadt Berlin einen emotionalen Höhepunkt. Nun wechselt er aus privaten Gründen nach Italien - nicht ohne sich zuvor gebührend von der "Eintracht-Familie" zu verabschieden.


Kevin-Prince Boateng ​verlässt Eintracht Frankfurt nach nur einem Jahr und wechselt zu US Sassuolo nach Italien. Beim Tabellenelften der abgelaufenen ​Serie-A-Saison unterschreibt der 31-Jährige einen Vertrag bis 2021. Nach Lukas Hradecky, Omar Mascarell und Marius Wolf ist KPB bereits der vierte Leistungsträger, den die ​Eintracht ziehen lassen muss.


Die Erfolgsstory bei den Hessen endet damit abrupt. Boateng war im vergangenen Sommer überraschend nach Frankfurt gewechselt und hatte im Eintracht-Trikot ein neues Gesicht gezeigt. Der 31-Jährige hat den Wandel vom Bad Boy zum Führungsspieler und Identifikationsfigur für Mannschaft und Fans geschafft. Mit dem Pokalsieg in seiner Geburtsstadt Berlin fand diese Entwicklung ihren Höhepunkt.

Nun hat sich Boateng dennoch für eine Rückkehr nach Italien entschieden. Dort spielte er bereits für den FC Genua und die AC Mailand. Der Grund für seinen Abgang hat aber wohl rein private Gründe. Ehefrau Melissa stammt aus Italien, der Lebensmittelpunkt der Familie Boateng ist in Mailand. Mit seinem Wechsel nach Sassuolo verspricht sich Boateng mehr Zeit mit der Familie. 


Abgesprochen war ein möglicher Abgang bereits vor seiner Ankunft in Frankfurt. "Ich habe mit Prince schon bei seiner Verpflichtung abgemacht, dass wir ihm später einmal keine Steine in den Weg legen würden, wenn er einen Wechselwunsch hat. Dieser Wunsch ist nun da, weil er dort spielen möchte, wo sein künftiger Lebensmittelpunkt liegt, weshalb ich mein Wort natürlich halte", erklärte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic.


Boateng richtet sich an die "Eintracht-Familie"


Leicht gefallen ist Boateng der Abschied aber nicht. In einem Video mit Sohn Maddox auf dem Arm, wendet er sich zu den SGE-Anhängern: "Hallo Adler, ich könnte jetzt eine Stunde reden und alles aufzählen. Aber ich will es kurz und knapp machen: Ich will einfach nur 'Danke' sagen, Danke für das überragende Jahr. Ihr habt uns unterstützt, ihr habt mich unterstützt und mich aufgenommen wie ein Familienmitglied. Das will ich zurückgeben und 'Danke' sagen. Es war einfach nur überragend." 

Das Finale in Berlin bleibt Boateng dabei in besonderer Erinnerung: "Wir haben den Pokal nach Hause gebracht. Das war eine Emotion, die werde ich nie vergessen. Und ins Stadion einzulaufen mit euch im Rücken, werde ich auch nie vergessen", schwärmte der Prince. Zum Schluss bedankte er sich noch einmal ausdrücklich bei seinen Teamkollegen, Trainer Niko Kovac, Sportchef Fredi Bobic und allen Mitarbeitern, bevor er zum Schluss das Wort seinem Sohn überließ: Mit einem "Danke" und "Ciao", verabschiedete sich auch Maddox.