Bei ​Eintracht Frankfurt tritt Adi Hütter in die Fußstapfen von Niko Kovac, der ab dieser Saison das Traineramt beim ​FC Bayern übernimmt. Aufgrund der Erfolge des 46-Jährigen wiegt das Erbe durchaus schwer, doch der Österreicher blickt seiner neuen Aufgabe mit Vorfreude entgegen und will das Spiel der Mannschaft noch einmal erweitern.


Insgesamt 1.000 Anhänger der Eintracht waren am Mittwochmorgen anwesend, als das erste öffentliche Training der Saison abgehalten wurde. Mit dabei war auch Innenverteidiger Carlos Salcedo, der nur wenige Tage zuvor mit der mexikanischen Nationalmannschaft im WM-Achtelfinale an Brasilien scheiterte. Der 24-Jährige kam jedoch nicht, um ebenfalls am Training teilzunehmen. ​Stattdessen stehen drei Wochen Urlaub auf dem Programm.


Dennoch dürften sich nicht nur die restlichen Spieler der Eintracht, sondern auch der neue Trainer über Salcedos Überraschungsbesuch gefreut haben. Viel mehr war der 48-Jährige allerdings von dem hohen Andrang der Fans überwältigt: "Es war wirklich imponierend, heute so viele Leute beim Training zu sehen, die uns unterstützen." Mittlerweile habe er sich in seiner neuen Umgebung "sehr gut" eingelebt. "Es ist ein gutes Gefühl, hier zu sein", führte Hütter auf der Pressekonferenz fort.

Die Eintracht hat sich in den vergangenen zwei Jahren bemerkenswert entwickelt, der einstige Abstiegskandidat geht als amtierender Pokalsieger in die neue Saison. Dementsprechend positiv geht der Ex-Trainer der Young Boys Bern an seine neue Aufgabe heran: "Bei der Eintracht wurde in den vergangenen Monaten und Wochen unheimlich viel aufgebaut. Ich habe hier sehr gute und professionelle Grundlagen vorgefunden."


Hütters Ziel: Eine flexible Spielanalage


Auch habe er sich schon erste Eindrücke von der Mannschaft verschafft, die er in den kommenden Wochen intensivieren will, denn: "Jeder hat die Chance, sich zu beweisen." Hütter will das bestehende System verändern, die Eintracht variabler machen. Unter Vorgänger Kovac spielte man die vergangenen beiden Jahre überwiegend mit einer Dreierkette, machte dabei die Maschen dicht und spielte die Qualitäten im gefährlichen Umschaltspiel aus. 

Bei nur einer Spielweise will es der Österreicher aber nicht belassen. "Wir müssen in unserem System variabel sein", gab er als Marschroute aus und stellte schon die ein oder andere Umstellung in den Raum: "Es gibt hier bei der Eintracht die Möglichkeit, sowohl mit Dreier- als auch Viererkette zu spielen. Wir könnten mit einem oder mit zwei Stürmern spielen. Diese Variabilität müssen wir in den kommenden Wochen ausarbeiten."


Allerdings wird die taktische Ausrichtung auch damit zusammenhängen, wie sich der Mannschaftskader verändern wird. Am Donnerstag gaben die Hessen die ​Verpflichtungen von Lucas Torro und​ Evan Obite N'Dicka bekannt, ​Kevin-Prince Boateng hingegen wird die Eintracht nach nur einem Jahr wieder verlassen und sich Sassuolo Calcio anschließen. Damit sind die Kaderplanungen allerdings noch nicht abgeschlossen, weshalb man darauf gespannt sein darf, wie weit sich das Transfer-Karussell in Frankfurt noch drehen wird.