Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung von Torjäger Mohamed Salah​ setzten die Verantwortlichen des ​FC Liverpool ein ​klares Zeichen an die Konkurrenz, doch in den kommenden Monaten werden aller Voraussicht nach weitere Verlängerungen folgen. Die Verträge von insgesamt elf Akteuren laufen innerhalb der kommenden zwei Jahre aus, weshalb sich Jürgen Klopp nun damit befassen muss, auf wen er verzichten kann und wen er weiterhin benötigen wird.


Allein die beiden Abwehrspieler Ragnar Klavan und Alberto Moreno, Mittelfeld-Routinier James Milner sowie die Angreifer Daniel Sturridge und Divock Origi gehen laut dem Fan-Portal Empire Of The Kop (in Berufung auf Liverpool Echo) in ihr letztes Vertragsjahr an der Anfield Road. Während Klopp Klavan weiterhin als zuverlässigen Backup für das Innenverteidiger-Duo Virgil van Dijk und Dejan Lovren behalten wolle, sei die Zukunft von Moreno ungewiss. Der 25-jährige Linksverteidiger wurde bereits im vergangenen Jahr mit einem Wechsel in Verbindung gebracht, eroberte sich zu Beginn der abgelaufenen Saison jedoch einen Stammplatz, ehe er sich im Dezember eine Knöchelverletzung zuzog.


Sturridge und Origi vor dem Absprung


Seitdem erhielt der Schotte Andrew Robertson überwiegend den Vorzug, weshalb der Spanier in diesem Jahr möglicherweise vor dem Absprung steht - ähnlich wie Sturridge und Origi. Beide wurden in der abgelaufenen Saison verliehen, zeigten jedoch nur mäßige Leistungen. Sturridge wurde bereits in der Hinrunde, in der er noch für die 'Reds' auflief, von dauerhaften Verletzungsproblemen zurückgeworfen, die einen regelmäßigen Einsatz auch in der Rückrunde, in der er für West Bromwich Albion auflief, verhinderten. Drei Tore in 20 Einsätzen scheinen zu wenig, um eine ernsthafte Gefahr für Roberto Firmino, Mohamed Salah oder Sadio Mane darzustellen.

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Origi kam während seiner Zeit beim VfL Wolfsburg zwar insgesamt 36 Mal zum Einsatz, erzielte in der abgelaufenen Saison jedoch nur sieben Tore und baute nach guten Leistungen im Herbst vergangenen Jahres wieder stärker ab. Seit seinem Wechsel zum FC Liverpool im Jahr 2014, wobei er zunächst wieder für ein Jahr an seinen Ex-Verein OSC Lille verliehen wurde, absolvierte er 77 Pflichtspiele auf der Insel und erzielte dabei 21 Tore. Auch beim Belgier scheint eine Trennung im Sommer durchaus realistisch.


James Milner hingegen wird möglicherweise bleiben, dürfte allerdings in die Rolle des Backups rücken, da der FC Liverpool nach dem ​Verlust von Emre Can mit Naby Keita und dem Brasilianer ​Fabinho im zentralen Mittelfeld nachgerüstet hat. Aufgrund seiner Variabilität sammelte der mittlerweile 32-Jährige in der vergangenen Spielzeit 47 Einsätze, ein Abgang nach Vertragsende scheint daher unwahrscheinlich.


Vertragsende 2020: Grujic und Ings dürfen gehen


Doch ein Jahr später, im Sommer 2020, enden Stand jetzt die Arbeitspapiere von sechs weiteren Akteuren: Joel Matip, Nathaniel Clyne, Jordan Henderson, Adam Lallana, Marko Grujic und Danny Ings. Wenn es nach Klopp geht, sollen die Verträge von Matip, Clyne und Lallana verlängert werden. Auch bei Kapitän Henderson, ​der am gestrigen Abend mit der englischen Nationalmannschaft das WM-Viertelfinale erreichte, scheint eine weitere Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen.

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Bei Grujic und Ings sieht es allerdings anders aus. Der Serbe, der vor zwei Jahren für sieben Millionen Euro an die Anfield Road wechselte, wurde im Januar an Cardiff City verliehen und feierte bei den Walisern, für die er insgesamt 14 Mal auf dem Platz stand, den direkten Aufstieg in die Premier League. Es erscheint nicht unrealistisch, dass die Verantwortlichen in Cardiff versuchen, den 22-Jährigen fest an sich zu binden.


Im Fall Ings deuten die Zeichen bereits seit längerem auf einen Abschied hin. Der von vielen Verletzungen gebeutelte Stürmer sammelte in der abgelaufenen Spielzeit nur acht Einsätze in der Premier League und will sich im Sommer nach einem neuen Arbeitgeber umsehen. ​Vor wenigen Tagen wurde von einer Freigabe seitens der sportlichen Führung berichtet, die dem 25-Jährigen bei einem Transfer keine Steine in den Weg legen wolle.

Allerdings scheinen die 'Reds' in Sachen Verlängerungen keine Eile zu haben. Viel mehr wolle man zunächst einmal Sadio Mane - ähnlich wie Mohamed Salah - langfristig an sich binden, um den Verlust eines absoluten Stammspielers zu vermeiden.