Im vorletzten WM-Achtelfinale feierte Schweden gegen die Schweiz einen knappen 1:0-Erfolg. In einer über weite Strecken abwechslungsreichen Partie sorgte Emil Forsberg nach gut einer Stunde für die Entscheidung. Die Eidgenossen warfen in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, hatten allerdings nicht das Glück auf ihrer Seite. Im Viertelfinale treffen die Skandinavier auf den Sieger der Partie zwischen England und Kolumbien. 



Schweden - Schweiz 1:0 (0:0)

Tore: 1:0 Emil Forsberg (66.)



Die schwedische Nationalmannschaft sicherte sich dank eines 3:0-Erfolgs gegen Mexiko den Gruppensieg. Nationaltrainer Janne Andersson nahm im Vergleich zur letzten Partie nur einen Wechsel vor. Gustav Svensson ersetzte den gelbgesperrten Sebastian Larsson. 


Die Schweiz qualifizierte sich hinter Brasilien als Gruppenzweiter für das Achtelfinale. Nach dem jüngsten 2:2-Unentschieden gegen Costa Rica veränderte Cheftrainer Vladimir Petkovic seine Anfangsformation auf vier Positionen. Für Stephan Lichtsteiner, Fabian Schär (beide gelbgesperrt), Breel Embolo und Mario Gavranovic begannen Michael Lang, Johan Djourou, Steven Zuber und Josip Drmic.

Die Schweizer verzeichneten in der Anfangsphase ein Plus an Ballbesitz und kamen nach wenigen Sekunden durch Xherdan Shaqiri zur ersten Möglichkeit. Der Ex-Münchner versuchte sich aus der zweiten Reihe, verfehlte sein Ziel allerdings (1.). Zuber stellte Robin Olsen mit seinem unplatzierten Abschluss vor keine größeren Probleme (7.). Auf der Gegenseite wurde Marcus Berg im Strafraum freigespielt, verzog aus vielversprechender Position jedoch deutlich (8.). Nach einem geblockten Berg-Schuss landete der Ball bei Albin Ekdal, dessen Distanzschuss keine Torgefahr darstellte (9.). Schweden verteidigte taktisch clever und diszipliniert, sodass die Eidgenossen nicht wirklich ins Spiel fanden. 


Die Skandinavier ließen in der Offensive allerdings oftmals die nötige Durchschlagskraft vermissen. Zuber hatte sein Visier bei einem Kopfball etwas zu hoch eingestellt (24.). Wenige Minuten später zwang Berg Yann Sommer mit einem Aufsetzer zu einer sehenswerten Parade (28.). Nach gut einer halben Stunde segelte ein Distanzschuss von Granit Xhaka über das Tor (34.). Blerim Dzemaili hatte die Führung auf dem Fuß, drosch den Ball nach Vorarbeit von Zuber jedoch über den schwedischen Kasten (38.). Eine Flanke von Mikael Lustig erreichte am zweiten Pfosten den völlig freistehenden Ekdal, dessen Direktabnahme völlig missglückte (41.). Bis zur Halbzeitpause blieb es beim 0:0. 

Beide Nationaltrainer nahmen in der Pause keine Wechsel vor. Nach Wiederanpfiff erwischten die Schweden den besseren Start. Nach einem schönen Spielzug legte Berg per Kopf für Ola Toivonen ab, dessen Abschluss deutlich über das Tor flog (49.). In der Folgezeit versuchten die Schweizer mehr Druck aufzubauen, brachten die Schweden allerdings nur selten in Verlegenheit. Zwingende Torchancen blieben daher zunächst Mangelware. Forsberg brachte die Skandinavier nach gut einer Stunde in Führung. Der Leipziger zog von der Strafraumkante ab und hatte Glück, dass Manuel Akanji den Ball entscheidend abfälschte und Sommer dadurch keine Abwehrchance mehr hatte (66.).

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Emil Forsberg bejubelt seinen Treffer zum 1:0


Die Schweiz war nach dem Gegentor um eine schnelle Antwort bemüht. Ein Distanzschuss von Ricardo Rodriguez wurde leichte Beute für Olsen (69.). Die Eidgenossen warfen in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne. Einen Abschluss des eingewechselten Embolo klärte Forsberg kurz vor der Linie (80.). Schweden war in den Schlussminuten nur noch darauf bedacht, den Vorsprung irgendwie über die Zeit zu bringen. Die Skandinavier verteidigten aufopferungsvoll und warfen sich in jeden Schuss der Nati.


Bei einem Kopfball des ebenfalls eingewechselten Haris Seferovic war Olsen erneut auf dem Posten (90.+1). Beim letzten Konter der Schweden lief Martin Olsson alleine auf das Schweizer Tor zu. Lang holte den Linksverteidiger von den Beinen und wurde wegen seiner Notbremse mit glatt Rot vom Platz gestellt (90.+4). Den Freistoß kurz vor der Strafraumkante parierte Sommer (90.+7). Wenige Augenblicke später pfiff Schiedsrichter Damir Skomina die Partie ab.