Niko Kovac hat die Arbeit beim FC Bayern aufgenommen. Der neue Trainer soll sich in München um zwei Dinge kümmern, die eng miteinander verknüpft sind: Kovac soll die Spieler individuell besser machen und so die Titelsammlung beim Rekordmeister vergrößern.


Als Niko Kovac am Montagvormittag zum Trainingsauftakt der ​Bayern ​offiziell vorgestellt wurde, wirkte es fast wie eine Zeitreise ins Jahr 2008. Damals schlug Jürgen Klinsmann an der Säbener Straße auf. Die Worte der beiden klangen ähnlich: Das Ziel sei es, jeden Spieler besser zu machen.

Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga

Große Vorsätze, wenig Ertrag: Jürgen Klinsmann hielt sich nicht lange als Bayern-Trainer



Worte, die Jürgen Klinsmann schnell um die Ohren flogen. Im April 2009 war für den Weltmeister von 1990 nach nur acht Monaten als Bayern-Trainer Schluss. Aus Sicht des Rekordmeisters und Niko Kovac bleibt zu hoffen, dass dem 46-Jährigen nicht ein ähnliches Schicksal erteilt. Gründe, die diese Annahme widerlegen, lieferte Kovac aber gleich mit. Denn der Kroate scheint neben der individuellen Weiterentwicklung auch, und vor allem, die übergeordneten Ziele des Klubs im Blick zu haben - und grenzt sich damit von Klinsmann ab. 

Den einzelnen Spieler besser zu machen, dient Kovac vor allem zu dem Zweck, Titel nach München zu bringen. Im Fall des Rekordmeisters bedeutet das, mindestens die Meisterschale, lieber noch den DFB-Pokal dazu, am besten auch noch den Henkelpott. Schaffe man es, jeden Einzelnen besser zu machen, "dann sehe ich die Möglichkeit, dass wir den ein oder anderen Pokal holen. Wir werden erstmal zusehen, dass wir die Spieler besser machen. Letzten Endes sind wir aber auch hier, um Titel zu holen”, betonte Kovac.

Zwei Aufgaben - so scheint es -, die er explizit von der Bayern-Führung übertragen bekommen hat. In München will man neben den Titeln wohl auch wieder verstärkt auf die Weiterentwicklung der Spieler achten. Es scheint der einzige Weg zum Erfolg zu sein, will man im Konzert der Mega-Transfers nicht mitspielen. Kovac hat diese Entwickler-Qualitäten zuletzt in Frankfurt unter Beweis gestellt. Das ​Talent eines Ante Rebic legte er endlich frei, Marius Wolf wurde zu einem der Shootingstars der Liga, um nur zwei der aufstrebenden Eintracht-Akteure zu nennen.

In München darf sich Kovac nun weiteren äußerst spannenden "Projekten" widmen. Leon Goretzka soll den nächsten Schritt gehen, das gleiche gilt für Serge Gnabry. Dazu kommen Spieler wie Kingsley Coman, Niklas Süle oder auch Joshua Kimmich, die alle ihren Zenit noch nicht erreicht haben dürften. An erster Stelle steht aber nach wie vor der Mannschaftserfolg. Nur mit dem bekommt Kovac die nötige Ruhe, um sich um die individuellen Verbesserungen zu kümmern. Zwei Aufgaben, die Hand in Hand gehen.