​Die belgische Nationalmannschaft machte am Montagabend den Einzug ins WM-Viertelfinale dank eines 3:2-Erfolgs gegen Japan perfekt. Nach einer torlosen ersten Hälfte schlugen die 'Blue Samurai' wenige Minuten nach Wiederanpfiff zweimal zu. Die 'Roten Teufel' zeigten jedoch eine tolle Moral und drehten die Partie. Im Viertelfinale wartet nun der fünfmalige Weltmeister Brasilien. 




Belgien - Japan 3:2 (0:0)

Tore: 0:1 Genki Haraguchi (48.), 0:2 Takashi Inui (52.), 1:2 Jan Vertonghen (70.), 2:2 Marouane Fellaini (74.), 3:2 Nacer Chadli (90.+4)




Belgien qualifizierte sich als Gruppenerster und mit drei Siegen für das Achtelfinale. Nationaltrainer Roberto Martinez nahm im Vergleich zum 1:0-Erfolg gegen England zehn Veränderungen an seiner Startelf vor. Lediglich Schlussmann Thibaut Courtois fand sich erneut in der Anfangsformation wieder. 


Japan fuhr aus den drei Gruppenspielen vier Punkte ein. Die 'Blue Samurai' qualifizierten sich dank der Fairplay-Wertung als Zweiter für die Runde der letzten 16. Nach der 0:1-Niederlage gegen Polen baute Übungsleiter Akira Nishino seine Startelf auf sechs Positionen um. Gen Shoji, Makoto Hasebe, Genki Haraguchi, Shinji Kagawa, Takashi Inui und Yuya Osako begannen für Tomoaki Makino, Gotoku Sakai, Takashi Usami, Shinji Okazaki, Yoshinori Muto und Hotaru Yamaguchi.

Die 'Roten Teufel' waren vom Anpfiff weg um die Spielkontrolle bemüht. Japan hingegen überraschte mit einer offensiven Spielweise und attackierte die belgische Auswahl frühzeitig. Kagawa versuchte sich nach wenigen Augenblicken aus der Distanz und verfehlte sein Ziel denkbar knapp (1). Nach gut zehn Minuten fand Belgien besser in die Partie und erspielte sich erste Torchancen. Die Abschlüsse von Axel Witsel (16.) und Romelu Lukaku (17., 21.) wurden über bzw. neben das Tor abgefälscht. Bei einem Distanzschuss von Eden Hazard ging Eiji Kawashima auf Nummer sicher und parierte mit den Fäusten (27.). 


Nach einer weiten Flanke tauchte Vincent Kompany am zweiten Pfosten auf, brachte den Ball aus spitzem Winkel allerdings nicht mehr auf das Tor (28.). Die Asiaten verteidigten aufmerksam und versuchten immer wieder Nadelstiche zu setzen. Ein Kopfball von Inui stellte Courtois vor keine größeren Probleme (31.). Nach einem geblockten Hazard-Schuss versuchte sich Witsel erneut aus der Distanz, verfehlte sein Ziel jedoch deutlich (36.). Belgien zeigte sich weiterhin engagiert, fand gegen den japanischen Abwehrriegel jedoch kein geeignetes Mittel. Eine Flanke von Yuto Nagatomo schob Osako Richtung Courtois, der den Ball zunächst durch die Beine rutschen ließ, ehe er sicher zupackte (44.). Mit einem 0:0 ging es in die Halbzeitpause. 

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Nach einem Fehlpass der 'Roten Teufel' schaltete Japan schnell um. Ein sehenswerter Schnittstellenpass von Gaku Shibasaki erreichte Haraguchi, der den Ball mit einem satten Schuss im langen Eck versenkte (48.). Belgien war nach dem Gegentreffer um eine schnelle Antwort bemüht und hatte Pech, dass Hazard mit seinem Abschluss aus 14 Metern nur den Pfosten traf (50.). Zwei Minuten später musste die  Martinez-Elf den nächsten Rückschlag verkraften. Kagawa setzte Inui in Szene, dessen Distanzschuss im rechten Eck einschlug (52.). In der Folgezeit brauchten die Belgier einige Minuten, um sich von den beiden Gegentreffern zu erholen.


Nach knapp einer Stunde war es Lukaku, der vom Fünfmetereck knapp am Tor vorbei köpfte (62.). Die 'Roten Teufel' erhöhten den Druck zusehends und kamen durch Jan Vertonghen zum Anschlusstreffer. Eine Kopfball-Bogenlampe des Innenverteidigers senkte sich über 

Kawashima ins lange Eck (70.). Vier Minuten später war der eingewechselte Marouane Fellaini zur Stelle und traf nach einer Hazard-Flanke per Kopf zum 2:2-Ausgleich (74.). In der Schlussphase versuchten beide Mannschaften, den jeweils dritten Treffer zu erzielen. Kawashima war zunächst bei einem Kopfball des eingewechselten Nacer Chadli zur Stelle und parierte wenige Sekunden später einen Lukaku-Kopfball sehenswert über das Tor (86.). 

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Gaku Shibasaki (r.) bringt Eden Hazard (m.) unsanft zu Fall


Auf der Gegenseite parierte Courtois zunächst eine unglückliche Witsel-Rückgabe und einen Freistoß des eingewechselten Keisuje Honda aus 35 Metern. Mit der letzten Aktion des Spiels entschieden die 'Roten Teufel' die Partie für sich. Nach einem schnellen Konter ließ Lukaku eine Hereingabe von Thomas Meunier bewusst passieren. Hinter dem Mittelstürmer lauerte Chadli, der aus zehn Metern zum 3:2-Endstand einschob (90.+4).