Droht zwischen Niko Kovac und Hasan Salihamidzic der erste Zwist? Möglicher Streitpunkt ist WM-Shootingstar Ante Rebic. Für den Bayern-Sportdirektor ist der Kader bereits "gut genug". Salihamidzic plant kein Angebot für den Kroaten abzugeben. Der neue Trainer schwärmt dagegen in den höchsten Tönen über seinen Lieblingsschüler. 


Im Achtelfinale zwischen Kroatien und Dänemark wäre Ante Rebic beinahe zum Held geworden. Der Eintracht-Star umkurvte kurz vor Ende der Verlängerung Dänemarks Schlussmann Kasper Schmeichel und hätte den Ball nur noch über die Linie drücken müssen. Doch dem 24-Jährigen wurde von Mathias Jörgensen unfair die Matchwinner-Rolle genommen - den fälligen Strafstoß vergab Luka Modric. So musste das Elfmeterschießen herhalten, bei dem sich die Kroaten am Ende doch noch durchsetzten.

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Kurz vor dem Siegtreffer gestoppt: Rebic (l.) wird von Jörgensen von den Beinen geholt


In einer ansonsten langatmigen Partie, sorgte Rebic für eines der wenigen Highlights. Nicht zum ersten Mal bei dieser ​WM. Der pfeilschnelle Außenstürmer setzt seine starken Leistungen aus der abgelaufenen Saison im Eintracht-Trikot fort und steht längst schon auf der Liste vieler internationaler Top-Klubs.


Wegen Rebic: Kovac und Salihamidzic uneinig


Nicht so beim ​FC Bayern, den er im Pokalfinale den Titel fast im Alleingang vor der Nase wegschnappte. Sportdirektor Hasan Salihamidzic bekräftigte am Montagvormittag bei der offiziellen Vorstellung von Niko Kovac, dass man nicht an einem Rebic-Transfer interessiert sei. "Unser Kader ist gut genug", meinte der 41-Jährige knapp.

Dem stimmte auch sein neuer Trainer zu. "​Wir haben einen sehr starken Kader. Alles klasse Spieler", betonte Kovac. Und dennoch: Der Kroate hätte wohl nichts dagegen, wenn sein Sportdirektor über einen Rebic-Transfer nachdenken würde. "Er ist ein toller Spieler, der jeder Mannschaft gut zu Gesicht stehen würde", schwärmte er über seinen Landsmann, dessen Potenzial er in Frankfurt endlich zum Vorschein bringen konnte.

Aus einer Wiedervereinigung des Traumpaares beim Rekordmeister wird aber vorerst wohl nichts. Das Machtwort von Salihamidzic dürfte zählen, auch wenn Kovac insgeheim enttäuscht sein dürfte. Laut kicker  ​würde Kovac gerne neues Personal in München sehen. Vor allem auf den Außenverteidiger-Positionen soll "mehr Geschwindigkeit" dazukommen. Zumal Alaba-Backup Juan Bernat weiter vor dem Absprung steht.


Nun wäre Rebic kein Mann für die Abwehr - jede Menge Geschwindigkeit würde der 24-Jährige aber in jedem Fall mitbringen. Doch statt nach München dürfte sein Weg nach der WM eher auf die Insel führen. Dort sollen vor allem der FC Everton und Tottenham Hotspur am WM-Shootingstar dran sein. In Frankfurt läuft sein Vertrag noch bis 2021. Rebic wird wohl ein Vielfaches seines aktuellen Marktwerts von zehn Millionen Euro kosten (transfermarkt.de). Für die Bayern ein Betrag, den man auf einer Position mit wenig Bedarf nicht investieren möchte.